Chancen auf einen langlebigen Wirtschaftsaufschwung

Aktuelles Stichwort

10.10.2018

von Dr. Markus Kirchner

Weltwirtschaft gerät in vermintes Gelände…

Die Risiken für die Weltwirtschaft ha­ben in den letzten Monaten erheblich zugenommen. Prägend sind derzeit vor allem die virulenten Handelsstrei­tigkeiten und die wirtschaftspolitischen Probleme in einigen Schwellenländern. Die in Schüben eskalierenden Han­delskonflikte haben bereits zu Schrammen bei der Investitionsbereit­schaft geführt. Bei einer weiteren Zu­spitzung der Handelskonflikte ist die Gefahr groß, dass die globalen Wirt­schaftsaktivitäten massiv gebremst werden. Erst recht, da sich die Han­delskonflikte ab einer gewissen Eska­lationsstufe nicht auf Zölle und den Warenverkehr beschränken lassen, sondern auch empfindliche Rückwir­kungen auf den Kapitalverkehr und die Wechselkurse haben werden.

… sollte aber in der Spur bleiben

Gleichwohl bleibt das wahrschein­lichste Szenario aus heutiger Sicht, dass die Risiken nur im begrenzten Umfang zum Tragen kommen und die Weltwirtschaft nicht aus der Bahn gerät. Für eine gewisse Entschärfung der Handelsauseinandersetzungen spricht zum Beispiel, dass die Rück­wirkungen auf Wechselkurse, Kapital­verkehr und länderübergreifende Pro­duktionsketten stärker ins Bewusst­sein der wirtschaftspolitischen Akteure geraten werden. Hinzu kommt, dass die Zahl derjenigen, die sich verstän­digen müssten, durchaus überschau­bar ist. Zudem sollte nicht übersehen werden, dass es auch Bemühungen um den Ausbau der Handelsbezie­hungen gibt, wie zum Beispiel das jüngst abgeschlossene Handelsabkom­men zwischen der EU und Japan oder die inzwischen aufgenommenen Freihandelsgespräche zwischen der EU sowie Australien und Neusee­land.

Deutschland im besonderen Maße betroffen

In Deutschland, das besonders eng in den weltweiten Warenhandel und in internationale Produktions­ketten eingebunden ist, haben die globalen Handelskonflikte bereits zu einer Zurückhaltung bei den Investitionen geführt. Das Wachs­tum bei den Ausrüstungsinvesti­tionen ist gemessen an der Er­tragslage der Unternehmen, der hohen Kapazitätsauslastung, dem anhaltenden Wirtschaftswachstum und den weiterhin sehr niedrigen Zinsen viel zu gering, und für das kommende Jahr wird sogar ein wieder schwächeres Investitions­wachstum prognostiziert. Vor die­sem Hintergrund verdienen die jüng­sten Vorschläge des Bundes­wirt­schaftsministers, einen „Wachs­tumspakt für Innovation, Entlas­tung und Bürokratieabbau“ ins Leben zu rufen, Unterstützung.

Position des Bankenverbandes

Mit weiter eskalierenden Handels­konflikten und den aktuellen Schwierigkeiten in einigen Schwel­lenländern droht die Weltwirtschaft zunehmend in vermintes Gelände zu geraten. Wir gehen dennoch davon aus, dass die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum über­schaubar bleiben. Schwach­punkt im deutschen Konjunkturbild – die Ausrüstungsinvestitionen – müssen angegangen werden. Hier helfen nur die Schaffung eines freund­licheren Investitionsklimas sowie eine überzeugende Stärkung der öffentlichen Investitionen.  

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