Aktuelles Stichwort Ausgabe 3-2018

Rolle der Banken bei der Finanzierung der europäischen Wirtschaft stärken

Aktuelles Stichwort

Damit Banken auch in Zukunft eine tragende Säule der Finanzierung sein können, muss die Politik ihre Konzep­tion des deutschen und europäischen Finanzmarkts auf dem Zielbild starker, wettbewerbsfähiger Banken aufbauen. Zukünftige Regu­lierungsmaßnahmen müssen sich an diesem Zielbild orientieren.

22.02.2018

von Dr. Markus Kirchner

Was Banken leisten

Banken sind eine tragende Säule der europäischen Wirtschaft: Sie erfüllen eine wichtige und bewährte Interme­diationsfunktion, insbesondere durch die Analyse und das Management von Risiken sowie die Gewährleistung einer ganzheitlichen und langfristigen Kun­denbeziehung. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) legen Wert auf eine enge und dauerhafte Bankbeziehung und haben nur in sel­tenen Ausnahmefällen direkten Zugang zum Kapitalmarkt. Häufig ist es für KMU wichtig, Unternehmensdaten an­deren Investoren nicht unnötig preis­zugeben. Große Unternehmen erwarten von ihren Banken z. B. eine umfassen­de und individuelle Betreuung, wenn sie sich direkt über den Kapitalmarkt finanzieren. Hier zeigt sich häufig, dass sich eine Begleitung „aus einer Hand“ über Jahrzehnte hinweg sehr bewährt.

Banken im veränderten Umfeld

Die vielfältige Intermediationsrolle der Banken ist in den vergangenen Jahren durch Marktentwicklungen und Regu­lierungsmaßnahmen unter Druck ge­raten. So nachvollziehbar das Ziel der Politik ist, die Risiken in Banken zu re­duzieren und stärker im Markt zu ver­teilen, so selbstverständlich muss es auch sein, dass infolgedessen nicht die Intermediationsrolle der Banken be­hindert wird und im schlechtesten Fall dauerhaft verschwindet. So erhöhen steigende regulatorische Auflagen (ins­besondere im Meldewesen) die Fixkos­ten für Unternehmenskredite. Dies stellt Banken vor allem im Bereich der KMU-Finanzierung aufgrund der kleine­ren Volumina vor eine Herausforde­rung.

Angemessene Rahmenbe­dingungen setzen

Ein wesentlicher Punkt im Hinblick auf eine störungsfreie Finanzierung der europäischen Wirtschaft ist die Schaffung von Kohärenz und Be­rechenbarkeit der Finanzmarktregu­lierung – hier besteht noch viel Handlungsbedarf. Darüber hinaus muss auch die mit der europäischen Wirtschaft gewachsene Vielfalt der Bankenlandschaft erhalten bleiben. Finanzmarktregulierung darf keine Strukturpolitik sein. Zudem sind faire Wettbewerbsbedingungen – wie überall – auch im Finanzsek­tor die Grundlage für eine gesunde Wirtschaftsentwicklung. Für den Bankensektor sind zwei Bereiche von besonderer Bedeutung: eine international abgestimmte Finanz­marktregulierung, um ein weitest­gehendes Level-Playing-Field zwischen den Regionen sicherzu­stellen, und gleiche Regeln für Akteure, die auf dem gleichen Markt aktiv sind. So müssen Nicht-Banken die gleiche Regulierung erfahren wie Banken.

Position des Bankenverbandes

Banken spielen eine zentrale Rolle im Wirtschaftskreislauf. Dies muss sich auch in der Regulierung wider­spiegeln. Regulierung darf nicht dazu führen, dass der Bankensektor seiner originären Funktion nicht mehr uneingeschränkt nachkom­men kann und die Wirtschaft Ge­fahr läuft, durch übermäßige Regulierung Finanzierungskraft zu verlieren.

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