Anleihen

Anleihen

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die sich im Grundsatz sowohl für sicherheitsorientierte als auch risikoorientierte Anleger eignen.

Kathleen Altmann

30.11.2018

von Kathleen Altmann

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die auch als Rentenpapiere, Schuldverschreibungen oder Bonds bezeichnet werden. Anleihen haben eine feste oder variable Verzinsung sowie eine vorgegebene Laufzeit und Rückzahlungsform. Sie werden von öffentlichen Emittenten wie dem Bund, von Unternehmen und Kreditinstituten ausgegeben.

Der Käufer einer Anleihe gewährt dem Emittenten quasi einen Kredit über einen vorher festgelegten Zeitraum. Die Laufzeiten reichen von einem Jahr bis zu 15 Jahren, einige laufen sogar noch länger. Alle Details sind in den Emissionsbedingungen geregelt.

Anleihen eignen sich im Grundsatz sowohl für den sicherheitsorientierten als auch den risikobewussten Anleger. Entscheidend ist vor allem die Bonität des Emittenten, also seine Kreditwürdigkeit. Vor dem Kauf einer Anleihe sollte man sich deshalb genau über die Bonität des Emittenten informieren. Grundsätzlich gilt: je höher der Zins oder die Rendite, desto größer das Risiko.

Bei Anleihen gibt es neben dem Zins eine weitere Ertragsquelle: Gewinnt die Anleihe während der Laufzeit an Wert, kann man bei Verkauf einen Gewinn erzielen. Viele Anleihen werden an der Börse notiert. Für die Kursentwicklung spielt neben Angebot und Nachfrage auch die allgemeine Zinsentwicklung am Kapitalmarkt eine Rolle. Steigt der Marktzins, wird der Kurswert der Anleihe sinken, sinkt der Marktzins, steigt der Verkaufswert der Anleihe. Wartet der Anleger bis zum Ende der Laufzeit der Anleihe, spielen diese Kursbewegungen aber keine Rolle mehr. Der Rückzahlungsbetrag der Anleihe ist von Anfang an festgelegt - die Anleihe muss vom Emittenten zum Nennwert zurückgezahlt werden.

Aktienanleihe

Bei Aktienanleihen hat der Emittent meist am Ende der Laufzeit ein Wahlrecht: Entweder zahlt er den Nominalbetrag zu 100 Prozent zurück oder er muss dem Inhaber der Anleihe eine bestimmte Anzahl Aktien liefern. Alle Details sind in den Emissionsbedingungen geregelt.

Als Ausgleich für die Ungewissheit über die Rückzahlungsform liegt die Verzinsung von Aktienanleihen üblicherweise über den Sätzen für Standardanleihen. Der Anleger sollte beim Kauf einer Aktienanleihe aber nicht nur die Verzinsung beachten, sondern grundsätzlich auch eine positive Einstellung zu der entsprechenden Aktie haben. Denn diese könnte am Fälligkeitstag zu den im Voraus festgelegten Konditionen in sein Depot geliefert werden.

Unternehmensanleihe

Anleihen werden häufig auch von Industrieunternehmen als Alternative zur Kreditaufnahme oder auch von Banken herausgegeben. Die Laufzeiten können bei bis zu zehn, 15 und teilweise sogar 20 Jahren liegen. Die Ausstattung dieser Anleihen ist unterschiedlich. Informationen hierzu findet der Anleger in den jeweiligen Emissionsbedingungen. Wichtig für den Anleger ist es, das Risiko einer Unternehmensanleihe einzuschätzen. Als Faustregel steht eine höhere Verzinsung als marktüblich auch hier für ein höheres Risiko, also eine geringere Bonität (Einschätzung über die Zahlungsfähigkeit) des Unternehmens.

Wandelanleihe

Eine Wandelanleihe ist ein verzinsliches Wertpapier, das üblicherweise von Aktiengesellschaften ausgegeben wird. Bei Wandelanleihen wird dem Inhaber das Recht eingeräumt, sie während ihrer Laufzeit zu einem vorher festgelegten Verhältnis zumeist in Aktien einzutauschen. Der letztmögliche Wandlungstag und das Wandlungsverhältnis sind festgelegt. Wird diese Option nicht genutzt, so wird die Anleihe am Ende ihrer Laufzeit vom Unternehmen zurückgezahlt. Steigen während der Laufzeit der Wandelanleihe die jeweiligen Aktienkurse, bieten Wandelanleihen die Chance auf einen zusätzlichen Ertrag im Vergleich zur „normalen“ Anleihe. Dafür ist die Verzinsung meist geringer als bei Standardanleihen.

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