Aus welchem Material bestehen unsere Euro-Münzen?

Aus welchem Material bestehen unsere Euro-Münzen?

Auf Münzen finden sich weniger Bakterien als auf Scheinen. Ein spezieller Bestandteil der Münzen macht das möglich. Wir erklären Ihnen, was das Material so besonders macht.

 

„Geld stinkt nicht“ – das ist zwar ein geflügeltes Wort, doch im Alltag haben viele Zweifel daran. Sind nicht gerade Münzen ein Hort für Bakterien aller Art? Und müssen Allergiker sich zudem vor dem Metall in Acht nehmen? Wie berechtigt solche Sorgen sind, erfahren Sie hier.

Wer Geld angefasst hat, sollte danach die Hände waschen. Diese Faustregel dürfte vielen bekannt vorkommen, denn Keime und Erreger tummeln sich ja bekanntlich auf unseren Scheinen und Münzen. Oder? Nun, zumindestens bei Euro-Scheinen ist das in gewissen Mengen der Fall – in der Regel mehr als bei Münzen!

Der Materialmix ist komplex

Das liegt am Material, aus dem die Münzen gefertigt werden. So bestehen die 1-Euro-Stücke im Kern aus einer Kupfer-Nickel-Legierung und der „goldene“ Ring aus Messing, also einer Legierung aus Kupfer und Zink. Beim 2-Euro-Stück ist es genau andersherum. Dort besteht der Ring aus einer Kupfer-Nickel-Legierung und das Innere aus Messing.

Der Nickelanteil der Euro-Münzen sorgte bereits für heftige Diskussion, da Menschen mit einer Nickelallergie Probleme befürchteten. Nach Angaben der Hersteller ist die Sorge unbegründet. Lediglich die 1- und 2-Euro-Münzen besitzen einen höheren Nickelanteil von 5 beziehungsweise 25 Prozent. Dieser sei jedoch in der Legierung so hochwertig verarbeitet, dass allergische Reaktionen vermieden werden sollten. Wer beruflich viel mit Münzgeld zu tun hat, sollte dennoch Vorsicht walten lassen. Weitere Infos zur Verwendung von Nickel bei der Herstellung von Münzen finden Sie auf eu-info.de.

Münzen sind Bakterienkiller

Hauptbestandteil der meisten Euro-Münzen ist Kupfer. Während das Halbedelmetall in geringen Dosen für Wirbeltiere (und somit auch Menschen) kein Problem darstellt, ist es für Mikroorganismen im Wortsinne Gift. Mit seinen freiwerdenden Ionen sorgt Kupfer dafür, dass kaum Keime auf der Münzoberfläche überleben – ein paar Cent im Geldbeutel sind also ein effizienter Bakterienkiller!

Noch ein Tipp, der gerade jetzt im Herbst helfen kann: Auch Wespen würden sich vom Frühstückstisch vertreiben lassen, wenn man ein paar Kupfermünzen auslege, liest man manchmal. Eigene Versuche des Autoren dieser Zeilen endeten – sagen wir – ambivalent.

Die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen werden aus sogenanntem nordischen Gold gemacht. Dies ist eine Verbindung aus Kupfer, Aluminum, Zink und Zinn. Lediglich die 1-, 2- und 5-Cent-Stücke bestehen zum Großteil aus einem Eisenkern, weil das verwendete Material nicht wertvoller sein soll als der aufgedruckte Wert der Münze. Da die Münzen aber auch nicht rosten dürfen, sind sie mit Kupfer ummantelt.

Ein ganz besonderes Sammlerstück sind die neuen 5-Euro-Sondermünzen. Zwischen ihrem runden Kern und dem äußeren Ring, beides aus Metall, schimmert ein durchscheinender Kunststoffring. Er ist mit kleinen Kristallen bestückt, die die Münze zum Funkeln bringen. 2016 erschien ein Exemplar mit blauem Rand, 2017 eines mit rotem. Weitere Ausgaben sind geplant. Und das Beste: Dank Kupfer-Nickel-Mix haben Bakterien auch bei diesem Schmuckstück keine Chance.

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