Nine to Five… „Generation Z“ und die neue Arbeitswelt

Nine to Five… „Generation Z“ und die neue Arbeitswelt

Auf der Suche nach dem Sinn - Paneldiskussion beim BankenImpuls zum Thema Generation Z

Der „Generation Z“ wird oft vorgeworfen, sie wolle im Beruf nur viel Freizeit und wenig Verantwortung. Doch vor allem sucht sie nach dem Sinn. Die junge Generation glaubt nicht an eine faire Verschmelzung von Arbeit und Privatleben, hieß es beim BankenImpuls.

10.12.2018

von inter/esse-Redaktion

Der „Generation Z“ wird oft vorgeworfen, sie wolle im Beruf nur viel Freizeit und wenig Verantwortung. Doch vor allem sucht sie nach dem Sinn. Das muss nicht schlecht sein. Keine E-Mails vom Chef nach Feierabend, klare Strukturenund flache Hierarchien: Die junge Generation glaubt nicht an eine faire Verschmelzung von Arbeit und Privatleben. Karriere und Gehalt sind ihnen nicht so wichtig. Vor allem aber will die „Generation Z“ einen Sinn in dem sehen, was sie tut. „Dies ist eine Generation der Gestalter“, sagte Prof. Dr. Christian Scholz, Zukunftsforscher an der Universität Saarbrücken am Montagabend bei der Diskussionsrunde des Bankenverbandes zur Einstellung der „Generation Z“ zur Arbeitswelt.

Feierabend ist Feierabend

Aufgewachsen mit Smartphone und Laptop ist die „Generation Z“ zwar ständig online. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch für ihren Chef ständig erreichbar sein will. An ihren Eltern haben sie gesehen, dass die vielgerühmte Verschmelzung von Arbeit und Privatleben selten optimal gelingt. „Ich möchte keine dienstlichen Mails am Wochenende lesen müssen“, sprach Podiumsteilnehmerin Janina Jung ihrer Generation aus der Seele. Frühere Generationen, findet sie, hätten die Arbeit zu wichtig genommen. „Arbeit ist Arbeit und Feierabend ist Feierabend“, sagte Jung.

Mit mangelnder Arbeitsmoral habe dies nichts zu tun. „Das heißt nicht, dass ich erwarte, jeden Abend um 17 Uhr zu Hause zu sein“, ergänzte Marie Mörtzsch. „Wenn ein Projekt fertig werden muss, dann ist das kein Problem.“ Solange die Arbeit sinnvoll ist. „Steve Jobs hat Recht, wenn er sagt: Wenn man für eine Sache brennt, ist das keine Arbeit“, sagte Jonas Piduhn, der sich neben seinem Studium in der Jungen Union Dortmund engagiert. Die nach 1990 Geborenen wollten nicht nur im Beruf etwas Sinnvolles erreichen, sondern auch im Privaten oder in der Gesellschaft, sagte Zukunftsforscher Scholz.

Struktur statt agiles Arbeiten

Viele aktuelle Trends wie agiles Arbeiten, keine festen Arbeitsplätze, Homeoffice oder Großraumbüros gingen völlig an den Wünschen der kommenden Berufseinsteiger vorbei, sagte Scholz. Eine Arbeitswelt mit ständiger Veränderung bedeute für sie vor allem Stress. „Die Generation Z hat vollkommen Recht, wenn sie mehr Struktur haben möchte“, betonte Scholz. Vor allem Großkonzerne müssten hier umdenken, da die „Generation Z“ da nicht mitspielen wolle.

Es reiche nicht, wenn nur der Arbeitgeber maximale Flexibilität fordert, sagte Karin van der Gragt, Managing Director von YoungCapital, dem Online-Jobportal für Studenten, Absolventen und Berufseinsteiger. „Das ist ein Geben und Nehmen.“ Wenn Unternehmen weiterhin attraktive Arbeitgeber bleiben wollten, müssten sie zudem von heute noch gängigen Statussymbolen wie dem Eckbüro oder dem Parkplatz vor dem Eingang verabschieden, sagte Janina Kugel, Vorstandsmitglied der Siemens AG. „Mit der Generation Z kann es etwas anstrengender werden in Zukunft, es muss aber nicht schlechter werden“, resümierte Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken.

Drucken/PDF

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.