Bonn – die BaFin wacht über die Finanzbranche

Geldreise durch Deutschland

Von Leipzig bis Berlin, von Frankfurt bis Bremerhaven: In diesen deutschen Städten spielt(e) sich Deutschlands Finanzwesen ab. Wir stellen Ihnen in dieser Serie bedeutende Geldschauplätze in Deutschland vor. Der nächste Stopp unserer Geldreise: Bonn.

Bonn ist eine Stadt mit besonderer Bedeutung – nach dem Zweiten Weltkrieg war sie mehr als 40 Jahre die Hauptstadt Deutschlands, zumindest für den westlichen Teil. Nach der Wiedervereinigung zog die Regierung zurück nach Berlin. Dennoch sitzen in Bonn auch heute noch wichtige Regierungsinstitutionen. Eine davon: die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). 

Die BaFin arbeitet im Interesse der Öffentlichkeit und untersteht dem Bundesfinanzministerium. Sie sorgt dafür, dass das deutsche Finanzsystem funktionsfähig, stabil und vor allem vertrauenswürdig bleibt. 2002 entstand die BaFin aus der Verschmelzung der damaligen Bundesaufsichtsämter für Kreditwesen (BAKred), für Wertpapierhandel (BAWe) und Versicherungswesen (BAV). Sie finanziert sich durch Gebühren, die die beaufsichtigten Unternehmen bezahlen, und ist somit unabhängig vom Bundeshaushalt. 

Was macht die BaFin?

Zentrale Operationsbereiche sind die Versicherungs-, Banken- und Wertpapieraufsicht. So stellt die Behörde beispielsweise sicher, dass deutsche Kreditinstitute, Versicherer und Finanzdienstleister zahlungsfähig sind. Außerdem liegen faire, transparente Verhältnisse der Märkte und Finanzprodukte im Fokus der BaFin – Insidergeschäfte oder Anlagebetrug soll sie frühzeitig erkennen und unterbinden. 

Dafür kontrolliert die BaFin zum Beispiel, ob jedes Bank-, Finanzdienstleistungs- und Versicherungsunternehmen, das hierzulande tätig ist, auch eine staatliche Erlaubnis hat. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, dem drohen Sanktionen, von Bußgeldern oder schriftlichen Abmahnungen bis zum Entzug der Lizenz. Als weitere wichtige Aufgabe hat die BaFin zu verhindern, dass das Finanzsystem für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbraucht wird.

Die Institution ist darüber hinaus in zahlreichen europäischen Gremien aktiv. Damit hilft sie, einen einheitlichen europäischen Finanzmarkt zu schaffen. Auch auf globaler Ebene ebnet sie den Weg für internationale Aufsichtsstandards. 

Verbraucherschutz: ein zentrales Thema bei der BaFin

Die Behörde kontrolliert aber nicht nur die großen Player. Sie setzt sich auch für den Verbraucherschutz ein, seit 2016 gibt es dafür eine eigene Abteilung. Die BaFin prüft, ob die Informationen, die zum Beispiel Banken ihren Kunden zur Verfügung stellen, verständlich und transparent sind. Außerdem klärt sie Verbraucher auf ihrer Website über Funktionsweise und Risiken verschiedener Finanzprodukte auf. Mit einem Anruf beim Verbrauchertelefon können Sie Fragen zu beaufsichtigten Unternehmen stellen oder Beschwerden einreichen. 

Die Behörde ist also ein wichtiger Pfeiler der deutschen und internationalen Finanzsysteme. Mit rund 2.700 Mitarbeitern an den Standorten in Bonn und Frankfurt am Main wacht die BaFin weiterhin über die Finanzbranche, den Verbraucherschutz – und die korrekte Einhaltung der Spielregeln.

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