Unternehmen mit Glühbirne

Die 50 Innovationstreiber

Wettbewerb

14.05.2021

Wer sind die 50 innovativsten Unternehmen der Welt? Für die Studie „The Most Innovative Companies 2021 – Overcoming the Readiness Gap“ hat die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) weltweit rund 1.600 Innovationsmanager befragt und die Ergebnisse mit Kennzahlen der Unternehmen kombiniert. Ergebnis: US-Technologieunternehmen dominieren das Ranking, die ersten vier Plätze belegen wie bereits 2020 die Technologieunternehmen Apple, Google-Mutterkonzern Alphabet, Amazon und Microsoft. Der Automobilhersteller Tesla stieg von Rang elf auf den fünften Platz auf. Gegenüber dem Vorjahr hat es allerdings auch bemerkenswerte Veränderungen gegeben: So kommt jedes fünfte der 50 Unternehmen inzwischen aus der Pharma- oder Medizintechnikbranche; 2020 hatten es nur vier Unternehmen aus diesen Branchen auf die Liste geschafft. Die Coronapandemie habe gezeigt, dass Innovation auch in kurzer Zeit und unter schwierigen Bedingungen möglich ist, so die Autoren der Studie.

Insgesamt hat Boston Consulting Group unter den 50 besten Innovatoren 27 Unternehmen aus den Vereinigten Staaten aufgeführt; sieben befinden sich gar unter den besten Zehn. Zwölf Unternehmen stammen aus Asien, darunter lediglich fünf aus China. Immerhin elf Konzerne kommen aus Europa. Doch dieser Mix dürfte sich bald verschieben, so die Autoren, da Europa in den Wachstumssektoren und bei den besonders innovativen Technologien wie Gentechnik, Quantencomputer und Künstliche Intelligenz zurückfalle.

Deutsche Unternehmen

Als innovativstes deutsches und weltweit stärkstes Industrieunternehmen liegt Siemens auf Rang elf und verbessert sich damit im Vergleich zum Vorjahr um zehn Plätze. Weitere deutsche Vertreter sind Adidas (34, Konsumgüter), SAP (40, Software) und Bayer (50, Pharma). Profiteur des Pharma- und Medizintechnik-Booms ist der deutsche Technologie-Konzern Bosch. Das Unternehmen, das bei der Entwicklung von Schnelltests mitgearbeitet hat, konnte sich verbessern und stieg von Rang 33 auf 30 auf. Die Vielseitigkeit der deutschen Wirtschaft sei und bleibe eine Stärke, schreiben die Autoren. Gleichzeitig aber gebe es Aufholbedarf beim Thema Innovation, vor allem in der Breite. So zeige die Befragung, dass nur 30 Prozent der deutschen Unternehmen die strategische Priorität von Innovation auch durch entsprechende Investitionen untermauern, während dies weltweit 49 Prozent tun.

Auf europäischer Ebene klafft eine nicht minder große Lücke. BCG hat in den Interviews herausgefunden, dass 48 Prozent der Europäer ihre Innovationsausgaben in diesem Jahr erhöhen wollen; in den Vereinigten Staaten sind es 69 Prozent, in China gar 79 Prozent. Dabei haben die Erfahrungen mit der Coronapandemie die Bedeutung von Innovationen insgesamt hervorgehoben. Bei 75 Prozent der von BCG befragten Unternehmen zählt Innovation heute zu den drei wichtigsten strategischen Prioritäten, im vergangenen Jahr waren es noch 65 Prozent. 

Die Schwäche Europas

Was die europäischen Unternehmen anbelangt, so sieht BCG zwar relative Stärken in der global führenden Luxusgüterbranche, in der Biopharmaindustrie und der Agrartechnik. 15 der 20 weltweit bestplatzierten Unternehmen allerdings kommen aus der Technologie- und Softwarebranche. Die Ursache für die europäischen Schwächen in diesen wichtigeren Technologiebranchen werden nicht nur in der konservativen Haltung europäischer Unternehmen und Investoren gegenüber Neugründungen gesehen, sondern auch im Zögern der Konsumenten, Produkte oder Dienstleistungen neuer Anbieter zu kaufen. Obwohl die EU sehr groß sei, leide der Markt unter seiner Fragmentierung und unter kleinteiligen Strukturen. Konsumverhalten seien regional unterschiedlich ausgeprägt. Reglementierungen und uneinheitliche Vorschriften in den Mitgliedsländern verhinderten, Volumeneffekte zu nutzen, Forschungsfähigkeiten und damit auch Marktkräfte zu bündeln.

Vielfalt hilft

Die Studie kommt übrigens auch zu dem Ergebnis, dass die 50 innovativsten Unternehmen eine signifikant größere kulturelle und Geschlechtervielfalt aufweisen als der Durchschnitt der weltweit 1.000 größten Unternehmen. Die Betrachtung der Rankings der vergangenen 15 Jahre im Zeitverlauf zeige, so BCG, dass Diversität eine größere Innovationskraft bewirke. Wer vielfältige Teams aufbaue, habe größere Chancen, als Innovationsführer erfolgreich im Markt zu sein.

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