Die Deutschen sind Europameister beim Sparen

Sparen

Während die Sparquote europaweit gesunken ist, hat sie in Deutschland zugelegt. Dies mag auch mit dem defensiven Anlageverhalten der Deutschen zu tun haben.

Nach Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat ist die Sparquote hierzulande auf den Rekordwert von über 17 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung steht in einem markanten Gegensatz zum großen Rest Europas: Dort ist die Sparquote der privaten Haushalte erstmals in der Geschichte im Schnitt unter die Marke von 10 Prozent gefallen. Vor allem in Italien legten die Verbraucher weniger zurück, aber auch in Spanien oder Frankreich nahm die Sparfreude deutlich ab. Die Sparquote ist jener Anteil des verfügbaren Einkommens, der nicht konsumiert wird. Die europäische Statistikbehörde Eurostat rechnet die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mit hinzu, sodass Deutschland auf eine Sparquote von gut 17 Prozent kommt. Bei der Deutschen Bundesbank und dem Statistischen Bundesamt sind die Sozialabgaben hingegen nicht mit eingerechnet, lediglich Ersparnisse im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge werden berücksichtigt. Deshalb liegt die deutsche Sparquote nach dieser Rechenmethode bei nur 10,2 Prozent. Aber auch hier zeigt der Trend in Deutschland klar nach oben.

Risikoscheue Anleger in Deutschland

Ökonomen machen für die divergierende Spardynamik unterschiedliche Gründe verantwortlich, die auch mit den Eigenheiten der einzelnen Länder zu tun haben. Beispiel Spanien: Unmittelbar nach dem Crash des Häusermarktes im Jahr 2009 hätten die Spanier ihre Sparanstrengungen deutlich erhöht, weil sie feststellen mussten, dass ihr Vermögen doch nicht so viel wert wie erhofft war. Da nun die Wertentwicklung wieder nach oben zeige, würden die Sparraten wieder gekappt. Ein Grund, weshalb in Deutschland eher etwas mehr gespart wird als in anderen Euro-Ländern, könne wiederrum darin liegen, dass die oftmals betont vorsichtigen Deutschen eine besondere Vorliebe für als besonders sicher geltende Anlagen haben, die aber nur geringe Erträge abwerfen. Entsprechend müssen sie auf Dauer mehr sparen, um fürs Alter vorzusorgen.

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