Pflanzen und Geld

EU will im Oktober erste Green Bonds ausgeben

Klimaschutz

27.09.2021

Das erste Geld aus dem 800 Milliarden Euro schweren Corona-Aufbaufonds der EU ist in die Mitgliedstaaten geflossen. 45 Milliarden Euro hat die Europäische Kommission dafür inzwischen an den Finanzmärkten aufgenommen, weitere 35 Milliarden Euro sollen in diesem Jahr noch folgen. Die Erlöse aus diesen Anleihen wird die EU als Zuschüsse und Kredite an ihre Mitgliedstaaten weiterreichen, die mit diesen Mitteln ihre Wirtschaft reformieren und modernisieren sollen. In diesem Zusammenhang haben sie sich dazu verpflichtet, mindestens 37 Prozent der Gelder in klimarelevante Projekte wie Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Wasserschutz oder die Mobilitätswende zu investieren. Über die Mittelverwendung müssen die Staaten der EU gegenüber Rechenschaft ablegen. 

EU wird zum größten Emittenten grüner Bonds

Von Oktober an will die Kommission nun erstmals auch sogenannte Grüne Anleihen („Green Bonds“) im Wert von 250 Milliarden Euro ausgeben, mit denen die Anleger sich direkt an der Finanzierung der Klimaprojekte beteiligen können. Mit der Ausgabe der Anleihen mittel- und langfristiger Laufzeit wird die EU zum mit Abstand größten Emittenten grüner Anleihen. Umso wichtiger ist es, dass die Anleihen höchsten Glaubwürdigkeitsansprüchen genügen. Die Kommission hatte deshalb schon im Juli einen „Goldstandard für EU-Green-Bonds“ vorgeschlagen. Der wird aber wohl frühestens in ein bis zwei Jahren von Europaparlament und Mitgliedstaaten verabschiedet sein. Die jetzt ausgegebenen Grünen Anleihen sollen dennoch hohe Standards erfüllen. 

Atomenergie? Gas?

Das Geld solle in „sauberen Transport“ oder in Investitionen in energieeffiziente Gebäude fließen, sagte EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn. 70 Prozent des Gebäudebestands seien unzureichend isoliert. Von diesen Gebäuden würden aber bis zu 95 Prozent 2050 noch stehen, wenn die EU klimaneutral sein will, so Hahn. Was aber letztlich mit den Green Bonds-Geldern alles finanziert werden darf und was nicht, ist noch nicht abschließend geklärt. Beispielsweise bleibt weiterhin unklar, ob Atomenergie – wie etwa von Frankreich gefordert – als nachhaltige Energieform eingestuft wird oder nicht. Auch die Förderung von Gas ist umstritten. Klimaschützer und Grüne fordern, dass der fossile Brennstoff Gas grundsätzlich nicht als klimafreundlich eingestuft wird. Die Kommission und andere halten dem entgegen, Gas werde für den Übergang zur CO₂-freien Wirtschaft noch benötigt. 

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