Europas Wirtschaft erholt sich – für wie lange?

Die europäische Wirtschaft wird 2017 und 2018 deutlich stärker wachsen als bisher angenommen. Mittelfristig überwiegen laut IWF aber wieder die Abwärtsrisiken.

Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für Europa insgesamt (einschließlich Türkei und Russland), aber auch für die Euro-Zone im Speziellen jeweils um einen halben Prozentpunkt auf 2,4 Prozent bzw. 2,1 Prozent nach oben korrigiert. Zuvor schon hatte die OECD den europäischen Ländern bescheinigt, wirtschaftlich wieder in Tritt gekommen zu sein.

Nicht nur die Binnenkonjunktur, auch die Exporte unterstützen inzwischen den Aufschwung: Die Industrieproduktion in der EU könnte dadurch in diesem Jahr mit 3 Prozent das stärkste Wachstum seit sechs Jahren erreichen. Auch die Bevölkerungen Südeuropas profitieren von diesem Aufschwung, der sich durch alle Länder und Branchen zieht: Die Arbeitslosigkeit geht selbst in Griechenland zurück. Die Wachstumsdifferenzen innerhalb Europas sind so gering wie seit fast 20 Jahren nicht mehr.

Risiken sind erkennbar
Trotz der überaus guten Lage bleiben viele Ökonomen skeptisch für die Zeit ab etwa Mitte 2018. Auch der IWF weist auf Risiken hin, die von der demografischen Entwicklung und der zu geringen Produktivität ausgehen und die einen wachstumshemmenden Effekt entfalten könnten. Die EU müsse obendrein noch einiges tun, um die Währungsunion gegen Schocks zu wappnen. In die gleiche Kerbe schlägt der Präsident des ifo Instituts Clemens Fuest. Seine Ermahnung: Für eine dauerhafte Erholung vor allem der südeuropäischen Staaten, insbesondere Italien, sind weitere Reformen nötig. Für die nächste Krise sei Europa wegen teils hoher Staatsverschuldung nicht ausreichend gerüstet.

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