Fachkräfte händeringend gesucht

Fachkräfte händeringend gesucht

Arbeitsmarkt

18.02.2019

Die jüngste Innovationserhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt zweierlei: Einerseits haben Deutschlands innovative Unternehmen im Jahr 2017 so viel in Forschung und Innovationen investiert wie noch nie. Auf 167 Milliarden Euro sind die Ausgaben der rund 107.000 Unternehmen gestiegen – mit dieser beträchtlichen Summe wollen die Unternehmen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie auch weiterhin erfolgreich am Markt agieren können. Andererseits aber wird die aufwendige und teilweise erfolglose Suche nach qualifizierten Arbeitskräften immer mehr zu einer Belastung, die den Erfolg gefährdet: So blieben 2017 in den innovationsrelevanten Sektoren der Wirtschaft 200.000 Stellen unbesetzt. Rund 360.000 Stellen konnten die Unternehmen obendrein nur verspätet oder nicht mit dem gewünschten Personal besetzen. Folge: Der Anteil der Unternehmen, die wegen fehlenden Fachpersonals Innovationsprojekte gar nicht oder nur mit Verzögerungen umsetzen konnten, ist von 10 Prozent im Jahr 2006 über 17 Prozent 2010 auf 22 Prozent im Jahr 2014 gestiegen – Tendenz steigend.

Nicht-Akademiker und Digital Natives

Inzwischen geht es gar nicht mehr so sehr um Absolventen von Hochschulen: Nur gut ein Drittel der Unternehmen sucht Personal mit akademischer Qualifikation – fast drei Viertel hingegen Mitarbeiter mit beruflicher Ausbildung. Den Trend, dass zunehmend beruflich Ausgebildete knapp sind, zeigen auch andere Studien, etwa des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Doch auch die sogenannten Digital Natives sind eine heiß umworbene Gruppe auf dem Arbeitsmarkt. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung PwC. Befragt wurden 3.000 Familienunternehmen aus 53 Ländern, davon 171 aus Deutschland. 70 Prozent von ihnen sehen in der Digitalisierung die größte Herausforderung. Um diese stemmen zu können, brauchen sie die Digital Natives, die mit moderner Technik groß geworden sind. Den Fachkräftemangel betrachten daher 84 Prozent der deutschen Familienunternehmen als primäres Problem.

Die Digital Natives gelten als eine anspruchsvolle Gruppe, die die Attraktivität eines Arbeitgebers nicht so sehr über Aufgaben und Geld, sondern auch darüber definiert, ob sich ein Unternehmen im gesellschaftlichen, ökologischen und sozialen Bereich engagiert und über einen zeitgemäßen Wertekanon verfügt. Traditionelle Werte wie Ehrlichkeit, Integrität, Respekt und Mitarbeiterorientierung seien zwar, so Experten, nach wie vor enorm wichtig, doch das genüge nicht mehr: Neue, „moderne“ Werte wie Mut und Nachhaltigkeit, Flexibilität und Fehlerkultur müssten hinzukommen.

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