Fast jeder dritte Deutsche spart überhaupt nicht

Fast jeder dritte Deutsche spart überhaupt nicht

Sparen

In Deutschland gibt es prozentual mehr Menschen ohne Ersparnisse als in fast jedem anderen EU-Land. Ein geringes Einkommen, nicht aber fehlende Disziplin gilt als der wichtigste Grund dafür, dass viele Menschen nicht sparen. 

In einer repräsentativen Umfrage der niederländischen Großbank ING wurden Konsumenten in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA zu verschiedenen Themen rund um das Sparen und die Ruhestandsplanung befragt. Zentrales Ergebnis: Deutschland weist den zweithöchsten Anteil an Menschen ohne jede Ersparnisse auf. War es vor einem Jahr noch ein gutes Viertel gewesen, gibt nun fast ein Drittel (31 Prozent) der Befragten an, dass ihr Haushalt über keinerlei Ersparnisse verfüge; nur in Rumänien ist der „Nicht-Sparer“-Anteil höher.

Zu niedrige Einkommen

Als weitaus wichtigsten Grund, warum sie keine Ersparnisse besitzen, nennen die Betroffenen in Deutschland (63 Prozent) ein zu niedriges Einkommen, obgleich Löhne, Gehälter und Renten in den vergangenen Jahren im Schnitt gestiegen sind. Nur selten wird als Ursache ein über dem Grundbedarf liegendes Konsumniveau oder unvorhergesehene größere Ausgaben wie ein kaputtes Auto erwähnt. Das weist auf eine gewisse Ausgabendisziplin hin. Und in der Tat: Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihnen zum Monatsende nie das Geld ausgeht. Und dort, wo es knapp zu werden droht, tendieren die meisten Deutschen lieber dazu, ihren Konsum zu reduzieren als einen Kredit aufzunehmen. Anders ist das Bild übrigens, wenn es um die Höhe ihrer Ersparnisse geht, hier stehen deutsche Sparer im europäischen Vergleich gut da. 55 Prozent von ihnen sind „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Finanzielle Schwierigkeiten im Alter befürchtet

Die fehlende Bildung privater Ersparnisse wird von den Menschen vor allem mit Blick auf das Alter als ein Problem gesehen. Denn viele Menschen gehen davon aus, dass sie es im Alter finanziell schwieriger haben werden als ihre Elterngeneration und auch im Ruhestand noch Geld hinzuverdienen müssten.

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