FinTech-Szene: München holt auf

Geldreise durch Deutschland

Von Leipzig bis Bremerhaven, von Frankfurt bis Bonn: Diese Orte prägen das deutsche Finanzwesen. Wir stellen Sie Ihnen in unserer Serie „Geldreise durch Deutschland“ vor. Heute zum Abschluss: München.

Die bayerische Landeshauptstadt ist bekannt für ihre wirtschaftliche Stärke: Gleich sechs der 30 DAX-Unternehmen sitzen dort. Allerdings schrecken hohe Lebenshaltungs- und Bürokosten auch viele Gründer ab. Die Zahlen einer aktuellen Studie sind daher schon ein bisschen überraschend: 159 Millionen Euro an Venture Capital in 2016/2017, 23 Neugründungen seit Ende 2015 und damit aktuell insgesamt 84 Finanz-Startups – so lautet die beeindruckende Bilanz der Münchner FinTech-Szene in den vergangenen Jahren. Und doch liegt die bayerische Metropole damit deutschlandweit nur auf dem zweiten Platz – deutlich hinter der FinTech-Hauptstadt Berlin und dicht gefolgt von Frankfurt und Hamburg.

Dass Berlin ausgerechnet für FinTechs attraktiver sein soll – dort gibt es fast so viele Startups wie in München, Frankfurt und Hamburg zusammen –, das schmerzt die Bayern. Schließlich gelten diese jungen Unternehmen als große Zukunftsversprechen. Denn sie verändern Finanzdienstleistungen durch innovative und smarte Technologien. Daher auch der Name, der sich aus den Anfangssilben zusammensetzt. 

FinTechs sind als Startups besonders auf günstige Bedingungen angewiesen. In München finden sie das Kapital, das sie benötigen, um Ideen zu entwickeln und voranzutreiben. Die gute Infrastruktur und die Möglichkeiten zur Vernetzung mit zahlreichen Groß- und Mittelstandsunternehmen begünstigen den Standort ebenfalls.

InsurTech: München punktet im Versicherungsbereich

Als wirtschaftlich besonders stark gilt München im klassischen Versicherungsbereich: Große Player sitzen an der Isar. Vor allem sogenannte InsurTechs – FinTech-Firmen, die sich mit neuen Lösungen im Versicherungssektor beschäftigen – hoffen daher auf Venture Capital (also Risikoinvestitionen in eine Unternehmensidee) von Münchner Geldgebern. Und das kommt München zu Gute: Denn das Wachstum in diesem Sektor ist mit 70 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im deutschen FinTech-Sektor insgesamt (32 Prozent seit Ende 2015).

Auch wenn Berlin als FinTech-Standort deutlich vorne liegt: Die bayerische Landeshauptstadt holt auf. Bereits zu Zeiten der „New Economy“ um die Jahrtausendwende gab es eine FinTech-Welle; nur nannte man es damals noch nicht so. Zahlreiche dieser Finanzunternehmen haben sich inzwischen etabliert – und viele davon sitzen in München.

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