Finanzmärkte im Blick: Handelskonflikte belasten die Märkte

Handelskonflikte belasten die Märkte

Finanzmärkte im Blick

Der vor allem zwischen den Vereinigten Staaten und China eskalierende Handelskonflikt hat die Aktienmärkte rund um den Erdball belastet. Erstmals seit Mai fiel der deutsche Aktienindex Dax unter 12.600 Punkte.

Der vor allem zwischen den Vereinigten Staaten und China eskalierende Handelskonflikt hat die Aktienmärkte rund um den Erdball belastet. Erstmals seit Mai fiel der deutsche Aktienindex Dax unter 12.600 Punkte. Auch die Kurse an am chinesischen und amerikanischen Aktienmarkt waren rückläufig. Die Anleger im Dax erlebten dabei ein Wechselbad der Gefühle: Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), das Anleihekaufprogramm zu beenden, hatte den Index zunächst auf mehr als 13.100 Punkte getrieben; endlich, so schien es, war die enge Handelsspanne zwischen 12.700 und 12.800 Punkten verlassen.

Einige Börsianer wähnten sogar das Rekordhoch vom Januar (13.600) nahe. Doch dann rückten stärker der drohende Handelskrieg und die damit verbundenen konjunkturellen Risiken in den Vordergrund. Vor allem die hohe Abhängigkeit der Autoindustrie vom Exportgeschäft belastet den Dax, sind doch die Autokonzerne im deutschen Leitindex stark vertreten. Unterdessen ist zu beobachten, dass Anleger Geld aus den Schwellenländern abziehen. Die türkische Lira erreichte infolgedessen ein neues Rekordtief: Erstmals mussten 4,75 Lira für einen Dollar bezahlt werden. Zum Euro hatte die türkische Lira zunächst zwar noch kein neues Rekordtief erreicht, doch immerhin auch schon 11 Prozent verloren (zum Dollar 15 Prozent). Auch der brasilianische Real steht unter Druck. Die Schwäche wichtiger Schwellenländerwährungen gilt als Warnsignal für die Finanzmärkte insgesamt. Dass die türkische Lira in Dollar und nicht in Euro ein neues Rekordtief erreichte, zeigt wiederum die Stärke der amerikanischen Währung. Von 1,24 Dollar im April fiel der Euro auf weniger als 1,16 Dollar. Diesem Kursverlust ging eine Rede von EZB-Präsident Mario Draghi voraus, der auf die Risiken eines internationalen Handelskonfliktes für die Konjunktur in der Eurozone verwiesen und herausgestellt hatte, dass der aktuelle Aufschwung der Euroländer in historischer Betrachtung weder kräftig sei noch bisher lange gedauert habe.

Vor allem die hohe Abhängigkeit der der Autoindustrie vom Exportgeschäft belastet den Dax.

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