Frau in einer Besprechung

Frauen in Führungspositionen

Gleichstellung

08.02.2021

Der Frauenanteil in den Vorständen deutscher Großkonzerne ist noch immer äußerst gering, macht einer Studie zufolge aber immerhin kleine Fortschritte. Von 681 Vorstandsmitgliedern in den 160 wichtigsten börsennotierten Unternehmen sind inzwischen 78 weiblich, berichtet die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, das seien acht mehr als vor einem Jahr, Stichtag ist der 1. Januar. Die Frauenquote bei den Dax-, MDax- und SDax-Firmen steigt damit von 10,2 Prozent im Jahr 2019 auf nunmehr 11,5 Prozent. Nur sechs der Unternehmen haben eine Frau an der Spitze, darunter ist gegenwärtig kein einziges Dax-Unternehmen. Beim Pharmakonzern Merck übernimmt allerdings am 1. Mai Belén Garijo den Chef-Posten; sie wird dann der einzige weibliche CEO in einem der 30 Dax-Konzerne sein. 

Frauenquote für Vorstände ist auf dem Weg

Im Dax sind laut EY immerhin 15,7 Prozent der Vorstände Frauen, im MDax sind es 11,2 und im SDax nur 8,6 Prozent. Nur 23 Prozent der Dax-Vorstände sind noch reine Männerrunden, dagegen haben 63 Prozent der MDax-Firmen keine einzige Frau im Vorstand, im SDax sogar 73 Prozent. Diese Zahlen dürften sich allerdings bald ändern, denn die Bundesregierung hat zu Jahresbeginn eine Frauenquote für börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen auf den Weg gebracht. Sofern der Vorstand mindestens aus vier Mitgliedern besteht, muss eines davon weiblich sein. Falls der Bundestag das Gesetz im Sommer wie erwartet verabschiedet, wird es laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für 74 Großunternehmen gelten. Etwa 30 dieser Unternehmen erfüllen die Vorgabe von mindestens einer Frau im Vorstand noch nicht und müssten daher bei der nächsten Umbesetzung eine Frau in ihr oberstes Führungsgremium befördern. 

Deutschland im unteren Mittelfeld

Europaweit liegt Deutschland bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen laut der Brüsseler Initiative European Woman on Boards übrigens nur im unteren Mittelfeld. In dem vom Marktforscher Kantar für 18 europäische Länder berechneten Gender Diversity Index nehmen Norwegen, Frankreich, Großbritannien, Finnland und Schweden vordere Plätze ein, während in Polen und Tschechien die Vorstände und Aufsichtsräte am stärksten von Männern dominiert sind. Insgesamt sind 34 Prozent der Aufsichtsratsmandate der 668 untersuchten Firmen von Frauen besetzt und 17 Prozent der Vorstandsposten. 42 Konzerne – das sind sechs Prozent – haben eine Vorstandschefin (CEO), 2019 waren es erst 28. Frauen machten immerhin 35 Prozent aller Neuberufungen in Vorstände und Aufsichtsräte aus, dagegen waren von den ausscheidenden Top-Managern nur 24 Prozent weiblich.

Die Quote wirkt

Dass eine Quote wirksam sein kann, zeigt übrigens das Beispiel Aufsichtsrat. Während Deutschland beim Frauenanteil in den Vorständen im europaweiten Vergleich hinterherhinkt, sieht es in den Aufsichtsräten anders aus: Hier ist in Deutschland schon seit fünf Jahren für Großunternehmen eine 30-Prozent-Quote vorgeschrieben. Obwohl diese Schwelle von den betroffenen Unternehmen schon 2016 erreicht wurde, steigt der Frauenanteil aber kontinuierlich weiter. Im Herbst lag er schon bei rund 36 Prozent.

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