Geld spruchreif: Das steckt hinter unseren Redewendungen – Teil 2

Geld spruchreif: Das steckt hinter unseren Redewendungen – Teil 2

Etwas auf die hohe Kante legen. Kohle machen. Hoch im Kurs stehen: Woher kommen all diese Redewendungen? Wir erklären es Ihnen in unserer Serie.

Geld regiert die Welt – und unsere Sprache: Achten Sie mal darauf, wie viele Redewendungen sich um den schnöden Mammon drehen. Ohne Moos ist eben nix los. Doch wussten Sie, dass hinter vielen Sprichwörtern historische Geschichten und Anekdoten stecken? In unserer neuen Mini-Serie lassen wir Erklärungen für die Herkunft verschiedener Geldsprüche springen. Teil 2: Gesellschaft und Wirtschaft. Den ersten Teil der Serie („Bares wortwörtlich“) finden Sie hier.

1. Für ’n Appel und ’n Ei

Dieses Sprichwort stammt aus dem Niederdeutschen und steht für ausgesprochen günstige Preise. Sind Waren besonders häufig vorhanden, kosten sie meist nicht viel. Auf einem Bauernhof waren das zum Beispiel Äpfel und Eier. Deshalb sind günstige Produkte vor allem in Norddeutschland sprichwörtlich für ’n Appel und ’n Ei zu bekommen. 

2. Geld stinkt nicht

Diese Redewendung ist schon knapp 2.000 Jahre alt und stammt aus dem alten Rom. Kaiser Vespasian ließ die Bürger für jede Nutzung der Toilettenanlage eine „Urinsteuer“ zahlen. Sein Sohn empfand das als ungerecht. Daraufhin, so die Geschichtsschreibung, hielt der Imperator seinem Sohn das Geld unter die Nase und fragte ihn, ob es denn stinke – schließlich habe man es durch den Toilettengang anderer Leute eingenommen. Die Münzen rochen freilich nicht anders als sonst. Vespasian wollte deutlich machen, dass es egal war, wo das Geld herkomme:  „Pecunia non olet“ – „Geld stinkt nicht“. 

3. Geld zum Fenster hinauswerfen

Im Regensburger Rathaus fand von 1663 bis 1806 der immerwährende Reichstag statt. Zu diesem Anlass stellten sich die Kaiser jener Zeit regelmäßig an ein bestimmtes Fenster und warfen dem armen Volk Münzen zu. Da dieses Geld jedoch aus den Steuerzahlungen der Bürger stammte, ging der Spruch um: „Er wirft unser Geld zum Fenster hinaus.“

4. Jemandem auf der Tasche liegen

Man vermutet, dass sich die Redewendung auf die Tageslöhne bezieht, die einfache Arbeiter früher oft in kleinen Beuteln nach Hause trugen. Der gesamte Lohn steckte also in dieser Tasche. Wenn nun jemand auf Kosten des Tagelöhners lebte, lag er ihm auf der Tasche.

5. Hoch im Kurs stehen

Das Sprichwort stammt aus dem Börsenwesen und bezieht sich auf den Kurswert von Aktien und Wertpapieren. Heute dient die Bezeichnung auch dazu, eine hohe Wertschätzung für etwas auszudrücken. 

6. Kohle machen

Der Ursprung dieser Redensart ist nicht eindeutig geklärt. Man vermutet, dass sie im 18. Jahrhundert entstand. Damals gab es den Spruch „Der Schornstein muss rauchen“. Er stand dafür, dass man ohne Geld und Lebensmittel nicht leben kann. Die Kohle wurde somit zum Sinnbild für viel Geld: Wer heizte, konnte sich auch Nahrung, Kleidung und Bildung leisten.

7. Etwas auf die hohe Kante legen

Wohlhabende Menschen brachten ihr Erspartes im Mittelalter nicht zur Bank, sondern versteckten es zuhause. Ein beliebtes Versteck waren Geheimfächer im hölzernen Baldachin herrschaftlicher Betten. Auch in alten Truhen gab es eine „hohe Kante“, wo man Geld und kleine wertvolle Gegenstände versteckte.

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