Geldköpfe – Teil 1: Der erste Mensch auf einer Münze

Geldköpfe – Teil 1: Der erste Mensch auf einer Münze

Porträts von Staatsoberhäuptern oder anderen wichtigen Persönlichkeiten sind heute beliebte und weit verbreitete Motive auf Münzen und Geldscheinen. Doch das war nicht immer so. In der Antike galt das Abbild von lebenden Menschen auf Münzen sogar lange als Blasphemie. Welcher Herrscher sich dennoch als erster auf seinen Münzen verewigen ließ – und damit einen Trend begründete, der bis heute anhält – erzählen wir in der ersten Folge unserer neuen Serie „Geldköpfe“.

Bilder von Staatsoberhäuptern, wichtigen Persönlichkeiten oder gar Göttern auf Münzen und Geldscheinen sind heutzutage Normalität. So zeigt die griechische Zwei-Euro-Münze die mythologische Entführung Europas durch Göttervater Zeus, in Deutschland kam vor Kurzem eine Zwei-Euro-Sonderprägung zu Ehren des verstorbenen Altkanzlers Helmut Schmidt heraus, auf dem Ein-Dollar-Schein ist George Washington zu sehen. Doch wer begann eigentlich damit, Gesichter auf Münzen zu prägen? Und wer zierte zuerst ein Geldstück? Diesen Fragen gehen wir im ersten Teil unserer neuen Serie „Geldköpfe“ nach.

Der Mann, der wohl als erster Herrscher sein Gesicht auf einer Münze verewigen ließ, ist der Nachfolger von Alexander dem Großen: Ptolemaios I. (Foto oben). Der General aus Makedonien regierte nach dem Tod des legendären Eroberers vor allem in Ägypten und ließ sich dort zum König krönen. Damit gab er sich einen gottähnlichen Status wie die alten Pharaonen – und den brauchte er auch, um sein Konterfei auf Geldstücken zu verewigen, erklärt Fleur Kemmers, Numismatikerin und Archäologie-Professorin an der Frankfurter Goethe-Universität: „Zu seiner Zeit war es eigentlich verpönt, Gesichter von lebenden Menschen auf Münzen zu prägen.“

Menschen auf Münzen? In der Antike war das Blasphemie

Als in dem Staat Lydien im Westen der heutigen Türkei im 7. Jahrhundert vor Christus mit dem Münzprägen begonnen wurde, waren zunächst vor allem Tiere – wie Löwen, Hirsche und Stiere – oder geometrische Formen auf Gold- und Silberstücken zu sehen. Nach dem Untergang des lydischen Reiches übernahmen die benachbarten Griechen die Idee eines einheitlichen Zahlungsmittels als Ersatz für den Tauschhandel. Schon die Griechen versahen ihre Währung mit Gesichtern; allerdings handelte es sich dabei um Götterfiguren wie Zeus, Poseidon (Foto unten) oder Athene. Die Idee, lebende Menschen – und seien es noch so mächtige Herrscher – auf Münzen darzustellen, hatte in der griechischen Antike etwas Gotteslästerliches.

Ptolemaios I. störte das nicht – als Herrscher des Alten Ägypten galt er als gottgleiches Wesen und war seiner Meinung nach würdig genug, auf Münzen verewigt zu werden. Sein Bruch mit der Konvention fand Nachahmer, erklärt Professorin Kemmers: Seine Konkurrenten in der Nachfolge um das Reich Alexanders wie auch seine Nachfolger am Nil übernahmen diese Praxis. 

Übrigens: Im heutigen Europa war es Julius Cäsar (geboren 100 v. Chr.), der sein Konterfei als erster auf Geldstücke prägen ließ – und damit ein Vorbild für Kaiser Augustus und weitere Thronfolger an der Spitze des Römischen Reiches wurde.

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