Geldköpfe – Teil 2: Der erste Deutsche auf einer Münze ist der Schöpfer des Pfunds

Geldköpfe – Teil 2: Der erste Deutsche auf einer Münze ist der Schöpfer des Pfunds

Geldgeschichten

Wer war der erste Deutsche, dessen Konterfei auf einem Geldstück geprägt war? Keine einfache Frage, denn was war vor über 1.000 Jahren „Deutschland“? Doch es gibt einen aussichtsreichen Kandidaten: Er erließ in seinem Reich, das neben dem heutigen Deutschland auch das heutige Frankreich umfasste, erstmals ein einheitliches Währungssystem und gilt als Schöpfer des Pfunds. Wissen Sie, wer gemeint ist? Wir verraten es Ihnen – in Teil 2 unserer Serie „Geldköpfe“.

Nachdem der erste Herrscher auf eine Münze geprägt wurde, dauerte es noch mehr als 1.000 Jahre, bis das Gesicht des ersten „Deutschen“ auf einem Geldstück zu finden war. Der zweite Teil unserer Serie “Geldköpfe” erklärt, wer den Anfang machte.

Ende des 8. Jahrhunderts herrschte über das Frankenreich Karl der Große (hier Jahrhunderte später von Albrecht Dürer porträtiert). Doch Charlemagne, wie ihn unsere französischen Nachbarn nennen, erließ im Jahr 794 ein einheitliches System für Währung und Gewichte. Als gemeinsames Zahlungsmittel beschloss er per Order die „Denare“, deren Wert auf dem sogenannten Karlspfund basierte. 240 Denare oder auch Silberpfennige entsprachen dabei dem Wert von 408 Gramm Silber. So legte Karl den Grundstein für die älteste Währung, die heute noch in Gebrauch ist: das Pfund.

Ein Porträt des Kaisers ist auf vielen solcher von ihm in Auftrag gegebenen Münzen zu sehen (kl. Foto li.), erklärt Fleur Kemmers, Numismatikerin und Archäologie-Professorin an der Frankfurter Goethe-Universität. Abgebildet ist Karl mit der römischen Kaiserkrone aus einem Lorbeerkranz. Zudem sieht man auf der linken Seite der Münze seinen Namen geschrieben, „Karolus“. Auf der rechten Seite ist „IMP AUG“ zu lesen, die Abkürzung für „Imperator Augustus“ (auf Deutsch: „erhabener Kaiser“). Diesen Titel trug Karl seit seiner Krönung an Weihnachten 800.

In den Jahrhunderten nach Karls Regentschaft entstanden Dutzende von kleineren Regionalwährungen, bedingt durch die Spaltung des Fränkischen Reichs und die Zersplitterung seines (Teil-)Nachfolgers, des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Auch die Gesichter seiner Nachfolger wurden immer wieder auf Münzen verewigt. 

Rund 150 Jahre nach Karls Tod wurde Otto I. (kl. Foto re.) zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt. Nach dem Zerfall des Frankenreiches gilt er als derjenige, der den kulturellen Aufschwung in der Mitte Europas beflügelte. Durch seinen Sieg gegen die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg begann zudem ein Zeitalter des Friedens und der Stabilität. Auch Otto bekam von der Nachwelt den Beinamen „der Große“ verliehen. 

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