IWF-Prognose: Weltwirtschaft schwächelt

IWF-Prognose: Weltwirtschaft schwächelt

Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturprognosen angepasst. In wichtigen Ländern lässt das Wirtschaftswachstum 2019 nach, vor allem die exportabhängige deutsche Wirtschaft ist davon betroffen. 

Die globale Konjunktur verliert an Schwung – zu diesem Ergebnis kommt der Internationale Währungsfonds in seinem neuen globalen Konjunkturausblick. Während die Weltwirtschaft 2018 trotz eines Einbruchs in der zweiten Jahreshälfte noch um 3,6 Prozent zugelegt hat, prognostizieren die IWF-Ökonomen für dieses Jahr einen Zuwachs von lediglich 3,3 Prozent, etwas weniger als noch im Januar angenommen. Vor allem die Industrieländer, einschließlich der Eurozone und der Vereinigten Staaten, werden schlechter abschneiden als noch zu Beginn des Jahres erhofft.

Handelskonflikte und Zollerhöhungen

Als wesentliche Gründe für den Wachstumsrückgang werden Handelskonflikte und Zollerhöhungen, aber auch schlechtere Finanzierungsbedingungen in Folge einer straffer gewordenen Geldpolitik genannt. Der Währungsfonds macht keinen Hehl daraus, dass er vor allem die letzte Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank Fed im Dezember als Fehler ansieht, der zur Dämpfung der globalen Konjunktur beigetragen hat. Speziell der Handelskonflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten habe obendrein auf die Stimmung der Investoren und Konsumenten gedrückt. Hinzu komme, dass die schärfere Kreditpolitik in China Kreditbedingungen verschlechtert und damit ebenfalls leichte Einbußen im Wachstumstempo zur Folge habe; allerdings wird diese Politik vom IWF als notwendiges Übel angesehen, damit das Land zu nachhaltigerem Wachstum kommt.

Deutschland und Italien Schlusslichter

Besonders bemerkenswert: Wenn man vom Krisenfall Italien absieht, wird kein Land in der Eurozone in diesem Jahr ein geringeres Wirtschaftswachstum verzeichnen als Deutschland. Der IWF-Prognose zufolge wächst die deutsche Volkswirtschaft 2019 gerade mal um 0,8 Prozent. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2018 war die Konjunktur in Deutschland eingebrochen; ein zentraler Faktor waren dabei die Probleme der Autoindustrie mit den neuen Abgastests. Aber auch der leicht abgeschwächte Konsum sowie die geringere globale Nachfrage spielten eine Rolle. Der Währungsfonds erwartet, dass die Schwächephase in den kommenden Monaten anhalten wird. Erst später in diesem Jahr scheint eine konjunkturelle Wende zum Besseren möglich. 2020 könnte Deutschlands Wirtschaft dann wieder um 1,4 Prozent zulegen. Positiv bleiben die Arbeitsmarktperspektiven: Mittelfristig ist dem Währungsfonds zufolge eine Arbeitslosenquote von unter 4 Prozent zu erwarten.

Nicht nur in Deutschland verlief die Konjunktur enttäuschend, auch in den USA ist ein Wachstumsrückgang zu erwarten: Nach 2,9 Prozent 2018 folgt dieses Jahr nur noch ein Plus von 2,3 Prozent, im kommenden Jahr soll das Wachstum sogar unter 2 Prozent sinken. Das umfassende Konjunkturprogramm der amerikanischen Regierung von Donald Trump aus Steuersenkungen und deutlich ausgeweiteten Ausgaben haben die Investitionen kaum angehoben, so der IWF. Für 2020 setzt der IWF auf die Wirkungen einer in den Industrieländern zu erwartenden lockeren Geldpolitik. Positiv sei auch, dass die Zollverhandlungen zwischen China und den Vereinigten Staaten auf eine Lösung zusteuern könnten.

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