Junges Paar

Jugendstudie: Wirtschaftswissen ist rückläufig

Repräsentative Befragung

27.09.2021

Eine deutliche Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland hat spürbar unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten und fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. Das geht aus der Jugendstudie 2021 des Bankenverbandes hervor. Demnach geben 85 Prozent der Befragten im Alter von 14 bis 24 Jahren an, dass die Politik sehr wenig bis wenig in der Pandemie für sie getan habe. 82 Prozent fühlten sich im Vergleich mit älteren Menschen benachteiligt.

Zukunft: Grundsätzlich optimistisch

Trotz der Corona-Erfahrungen schauen junge Menschen aber optimistisch in die Zukunft. 83 Prozent sind zuversichtlich, wenn sie an das Morgen denken, 87 Prozent geben an, mit ihrem Leben eher zufrieden zu sein. Dennoch kommt auch Sorge zum Ausdruck: So äußern vier von zehn Befragten (44 Prozent), dass sie ihre Zukunftschancen durch die Pandemie etwas (36 Prozent) bis stark (8 Prozent) beeinträchtigt sehen.

Auch im Bereich der ökonomischen Bildung hat die Jugend den Eindruck, mit ihren Wünschen nicht gehört zu werden: Laut Jugendstudie wünschen sich nahezu drei Viertel der Teilnehmenden mehr Informationen in der Schule über wirtschaftliche Zusammenhänge. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) fordern die Einführung eines eigenen Unterrichtsfachs Wirtschaft.

Was macht noch mal die EZB?

Die Selbsteinschätzung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass mehr Finanzbildung dringend nötig sei, zeigt sich auch in den Umfrageergebnissen, in denen eklatante Wissenslücken zutage treten: 86 Prozent der Teilnehmenden wusste nicht annährend, wie hoch die derzeitige Inflationsrate in Deutschland ist. 83 Prozent konnten die Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht benennen. Diese Ergebnisse sind eine deutliche Verschlechterung gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2018. Damals konnten mehr als die Hälfte der jungen Leute die Funktion der EZB benennen.

Die repräsentative Befragung der Stimmungslage und ökonomischen Bildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat das Forschungsinstitut Kantar im Auftrag des Bankenverbandes durchgeführt. Im Juli 2021 wurden dafür 700 Personen im Alter von 14 bis 24 Jahren telefonisch befragt.

Zur Studie geht es hier.

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