Das müssen Sie zu Kredit- und Debitkarten wissen!

Kredit- und Debitkarten wie die girocard hat heute fast jeder im Portemonnaie. Vor allem auf Reisen und beim Online-Shopping, aber auch an der Ladenkasse und im Restaurant werden sie fleißig als Zahlungsmittel eingesetzt. Immer mehr Banken bieten nun auch die Möglichkeit, eine Karte in einen digitalen Geldbeutel zu packen und mit dem Smartphone mobil zu bezahlen.

09.08.2018

von Anne van Dülmen

Die girocard ist in Deutschland weit verbreitet: Nach Angaben der Deutschen Bundesbank sind etwa 110 Millionen Karten im Umlauf; rund 38 Prozent der Umsätze im Handel werden mit ihr bezahlt. Mit der girocard und persönlicher Geheimnummer (PIN) können Bankkunden in mehr als 100 Ländern Geld abheben. Wer Bargeld braucht, kann sich zudem an vielen Supermarktkassen und einigen Baumärkten oder Tankstellen einen Betrag von bis zu 200 Euro auszahlen lassen.

Bargeldloses Bezahlen mit der girocard ist weltweit an allen elektronischen Kassen von Hotels, Tankstellen, Geschäften und Restaurants möglich, die mit dem Maestro- oder V-Pay-Logo gekennzeichnet sind. Und: Wer einen NFC-Chip auf seiner Karte hat, kann schon an 75 Prozent der Händlerterminals kontaktlos bezahlen, bei Umsätzen bis 25 Euro i.d.R. auch ohne PIN-Eingabe.

Achtung: Für die Kartennutzung im Ausland ist teilweise aus Sicherheitsgründen vorab eine Freischaltung durch das Kreditinstitut notwendig.

Mobil Bezahlen per Smartphone - mit der Karte im digitalen Geldbeutel

In Deutschland beginnen erste Institute damit, ihren Kunden das Bezahlen mit dem Smartphone zu ermöglichen. Neben Kooperationen mit Geräteherstellern oder Wallet-Anbietern existiert mit der „digitalen girocard“ auch ein neuer Standard der Deutschen Kreditwirtschaft – mit dem gewohnt hohen Sicherheitsniveau. Die Karte wird dabei in einer Bezahlanwendung auf dem Smartphone hinterlegt, so dass die Umsätze direkt auf dem Konto bzw. in der App nachverfolgt werden können. Der Nutzer autorisiert seine Verfügungen bis 25 Euro in der Regel ohne PIN-Eingabe. Bei höheren Beträgen kommt für die Autorisierung durch den Kunden die PIN-Eingabe am Händlerterminal zum Einsatz; künftig sind auch biometrische Verfahren wie Prüfung des Fingerabdrucks am eigenen Gerät des Kunden geplant.

Was Kreditkarten können

Kreditkarten werden von Banken oder von Kreditkartenfirmen ausgegeben. Die meistgenutzten Kreditkarten in Deutschland sind MasterCard und Visa, gefolgt von American Express und Diners. Auch am Bankschalter im Ausland kann man häufig mit einer Kreditkarte Bargeld bekommen.

Im Regelfall sind Kreditkarten nicht an das Girokonto gebunden. Die getätigten Umsätze werden in diesem Fall auf einem eigenen Kreditkartenkonto gesammelt und meist einmal im Monat in einem Betrag fällig. Hier liegt der Unterschied zur Debitkarte, also zum Beispiel der girocard, bei der direkt auf das Girokonto des Karteninhabers zurückgegriffen wird. Es gibt allerdings auch Kreditkarten, die wie Debitkarten direkt zur Abbuchung eines verfügbaren Guthabens führen. Kreditkartenabrechnungen und Kontoauszüge sollte man regelmäßig und vor allem nach einer Reise prüfen und bei Unregelmäßigkeiten, die auf einen Betrug hinweisen, sofort die Bank oder das Kreditkarteninstitut informieren.

Die Identität des Karteninhabers einer Kreditkarte wird im Handel oder Dienstleistungsbereich über Unterschrift oder über die PIN-Eingabe festgestellt. Bargeld kann nur mit einer PIN an Geldautomaten bezogen werden.

Je nach Ausstattungsvariante der Kreditkarte (z. B. Silber-, Gold- oder Platin), werden zum Teil auch bestimmte Zusatzleistungen wie Versicherungen oder Serviceleistungen, Bonusprogramme oder Rabatte angeboten. Vor allem aber unterscheidet man Kreditarten nach der Art der Abrechnung:

Charge-Karte

In Deutschland sind sogenannte „Charge“-Karten am weitesten verbreitet. Die getätigten Umsätze werden vom Kartenunternehmen auf dem Kreditkartenkonto gesammelt und meist einmal im Monat vom Girokonto des Karteninhabers abgebucht. Der Karteninhaber erhält also einen gewissen Zahlungsaufschub, der klassischerweise bis zu 30 Tage beträgt.

Revolving Credit-Karte

Überwiegend in den anglo-amerikanischen Ländern, aber auch zunehmend in Deutschland ist die „Revolving Credit-Card“ verbreitet. Die Umsätze sind entweder ab dem Zeitpunkt der Entstehung oder ab der monatlichen Rechnung zu verzinsen und vollständig oder in Raten zu begleichen. Auf den nicht bezahlten Teil der Verbindlichkeiten werden Sollzinsen berechnet.

Prepaid-Karte

Es gibt aber auch Kreditkarten, die vor dem Einsatz „aufgeladen“ werden („Prepaid Card“) müssen. Der gewünschte Geldbetrag wird hierbei auf die Karte überwiesen und dort als Guthaben gespeichert. Beim Bezahlen wird dieses Guthaben jeweils um den Kaufbetrag gemindert. Die Prepaid-Karte besitzt also keine (echte) Kreditfunktion. Zahlungen sind nur unter der Voraussetzung möglich, dass ausreichendes Guthaben vorhanden ist.

Kosten für den Einsatz der Karte im Ausland

Der Preis für Abhebungen am Geldautomaten oder das bargeldlose Bezahlen mit einer Kredit- oder Debitkarte im Ausland variiert je nach Kreditinstitut und Reiseland. Der Verfügungsbetrag wird zum aktuellen Kurs der jeweiligen Währung in Euro umgerechnet und vom Konto abgebucht. Außerhalb der Euro-Zone kommt zum Preis für die Geldautomatennutzung häufig ein prozentualer Anteil des Umsatzes als Preis für den Auslandseinsatz hinzu. Einen Überblick über die Kosten gibt das Preis- und Leistungsverzeichnis der kartenausgebenden Bank.

Zum Schluss noch ein wichtiger Tipp für die nächste Reise in ein Land außerhalb der Eurozone: Lassen Sie sich den Auszahlungsbetrag am Geldautomaten in Landeswährung anzeigen und nicht in Euro umrechnen. Für das Umrechnungsangebot werden an lokalen Geldautomaten oder an elektronischen Kassen in der Regel extra Entgelte verlangt und oft ist auch der Wechselkurs ungünstiger.

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