Lohneinkommen: Männer verdienen mehr – aber nicht überall

Lohneinkommen: Männer verdienen mehr – aber nicht überall

08.03.2018

Die Statistiken sind eindeutig: In Deutschland bekommen Männer für ihre Arbeit mehr Geld als Frauen. Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt davon ab, welchen Maßstab man ansetzt. Bei gleicher Qualifikation und gleicher Position liegt die Differenz nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa bei sechs Prozent – auf Basis der Bruttostundenverdienste. Die Lohnlücke zugunsten der Männer weitet sich sogar auf etwa 20 Prozent aus, wenn man alle Gehälter miteinander vergleicht; hier kommt zum Tragen, dass Frauen Berufe in anderen Branchen als Männer wählen und diese häufig schlechter bezahlt sind. Für eine tiefergehende Analyse hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nun monatliche Bruttolöhne herangezogen und kommt zu etwas anderen Werten. Die Gehaltslücke liegt demnach deutschlandweit bei 14,4 Prozent; vollzeitbeschäftigte Männer verdienen 3.301 Euro, Frauen hingegen 2.833 Euro. Dies ist nicht der Durchschnitts-, sondern der Mittelwert, der auch Median genannt wird: Die eine Hälfte der Gehaltsempfänger verdient mehr, die andere weniger.

Brandenburg und Bayern

Besonders interessant sind allerdings die regionalen Unterschiede, die das Institut ebenfalls analysiert hat. Sie zeigen: In vielen ostdeutschen Regionen verdienen Frauen nicht weniger als Männer, sondern mehr. Auffällig ist das etwa in Cottbus. Dort liegt der Verdienst der Männer bei 2.398 Euro, derjenige der Frauen hingegen bei 2.814 Euro – die Lohnlücke beträgt damit 17,3 Prozent zugunsten der Frauen. In Frankfurt (Oder) verdienen Frauen 16,6 Prozent mehr, in Dessau-Roßlau 14,4 Prozent. Gänzlich anders ist es in einigen Orten Bayerns: In Dingolfing-Landau etwa verdienen Männer 38,4 Prozent mehr. In der BMW-Stadt liegt der Median des Bruttolohns der Männer bei 4.531 Euro, jener der Frauen hingegen nur bei 2.791 Euro.

Wie sind diese Unterschiede zu erklären? Das IAB führt vor allem die regional unterschiedlichen beruflichen Möglichkeiten ins Feld. Sobald die Industrie ins Spiel komme, hätten vor allem die Männer gut bezahlte Jobs. Entsprechend verändere sich dort die Gehaltslücke zu ihren Gunsten. In Regionen wie Dessau und Frankfurt (Oder) trage hingegen der öffentliche Dienst die regionale Wirtschaft. Dort seien eher Frauen beschäftigt und verdienten vergleichsweise gut.

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