Das Oktoberfest ist eine Wirtschaft für sich

Das Oktoberfest ist eine Wirtschaft für sich. Vom 22. September bis 7. Oktober haben die Wiesn wieder geöffnet. Das Volksfest ist aber nicht nur eine Gaudi, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. Lesen Sie hier, wie sich der Bierpreis entwickelt hat und was sonst noch wissenswert ist über das größte Volksfest der Welt als Wirtschaftsfaktor:

21.09.2018

von Anne van Dülmen

O'zapft is! Der Gerstensaft fließt mal wieder – und jedes Jahr wird das Vergnügen teurer.

Was kostet die Wiesn?

1. Die wichtigste Zahl zuerst: Der Preis für eine Maß Bier wird dieses Jahr zwischen 10,70 und 11,50 Euro liegen. Bier ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 3,57 Prozent teurer geworden. Die Inflationsrate liegt gegenwärtig bei nur zwei Prozent. Einen Liter Tafelwasser bekommt man etwas günstiger - für immerhin 8,72 Euro.

2. Auch wenn 75 Prozent der Deutschen die Bierpreise nicht für berechtigt halten (Quelle: Statista): Im letzten Jahr wurden auf der Wiesn 7,5 Millionen Maß Bier ausgeschenkt.

3. UniCredit berechnet jährlich den sogenannten Wiesn Visitor Price Index (WVPI). Dieser wird anhand von zwei Maß Bier, einem halben Hendl und einer Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr ermittelt. Aktuell liegt die Wiesn-Inflation bei 3,3 Prozent. Das heißt: Die Wiesn ist nach diesem Index im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent teurer geworden.

4. Ein weiterer Kostenfaktor für Nicht-Münchner sind die Preise für Hotelübernachtungen in der Stadt. Sie steigen in der Wiesn-Zeit auf mindestens 220 Euro pro Nacht - in der Regel sind die Preise deutlich höher. Außerhalb der Oktoberfest-Saison kann man in München schon für etwa 60 Euro im Hotel übernachten.

Das größte Volksfest der Welt

5. Längst gibt es das Oktoberfest nicht mehr nur in München. Auf der ganzen Welt haben sich Ableger gebildet. So gibt es laut münchen.de rund 2.000 Oktoberfeste weltweit. Erfolgreiche Kopien finden in Blumenau (Brasilien) und Kitchener (Kanada) mit rund einer Million Besuchern statt. Auch die chinesischen Oktoberfest-Kopien in Peking, Dalian und Quingdao haben Besucherzahlen in Millionenhöhe. Starke Konkurrenz zum Original in München – zumindest was die Zahlen angeht.

6. Für das Oktoberfest 2018 haben sich 1.129 Stände beworben, 556 bekamen eine Zulassung. Darunter 163 Schaustellungen, 234 Warenverkäufe und 148 Gastro-Betriebe.

7. Während der Wiesn entstehen allein auf dem Oktoberfest etwa 13.000 Arbeitsplätze. Davon sind 8.000 Beschäftigte in einem festen Arbeitsverhältnis angestellt. Die restlichen 5.000 Personen finden befristet Arbeit.

8. Man spricht nicht oft darüber, aber ein Bedürfnis sind sie auf dem Oktoberfest allemal: die Toiletten. Die Website der Stadt München führt eine genaue Aufschlüsselung der Anlagen. So gibt es ungefähr 1.400 “Sitzplätze” und etwa einen Kilometer “Stehplätze”. Zudem stehen 42 behindertengerechte Toiletten auf der Festwiese bereit.

9. Das Volksfest hat im vergangenen Jahr 3,25 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht. Das würde reichen, um einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt über 1.000 Jahre lang mit Energie zu versorgen.

Kuriose Fundstücke

10. Beim Wiesn-Besuch gehen zahlreiche Dinge verloren. So gab es im vergangenen Jahr 4.055 Fundsachen. Darunter waren nicht nur Wertsachen, sondern auch Kurioses wie eine Tuba, ein Kinderautositz, ein Paar Krücken und zwei Bootspaddel.

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