Muttertag: Glückliche Mütter und Blumenhändler

Wirtschaftlich betrachtet

Ein ausgiebiges Frühstück vorbereiten, Blumen schenken oder einfach Zeit zusammen verbringen: Am 13. Mai tun viele Kinder ihren Mamas etwas Gutes – es ist Muttertag! Doch nicht nur Mütter haben an diesem Tag Grund zur Freude; auch die Wirtschaft profitiert. Fünf Fakten zum Muttertag: 

1. Den Muttertag gibt es seit mehr als 100 Jahren. Ins Leben gerufen hat ihn die US-Frauenrechtlerin Anna Jarvis zu Ehren ihrer verstorbenen Mutter. Gleichzeitig wollte sie auf die Probleme der Frauen zur damaligen Zeit aufmerksam machen. Der Ehrentag für Frauen kam gut an: Schon 1914 war er nationaler Feiertag in den USA. Nach Deutschland kam er erst ein paar Jahre später: 1923 initiierte der Verband der deutschen Blumengeschäftsinhaber den ersten offiziellen Muttertag. Kritiker monierten schon damals die damit verbundene Kommerzialisierung.

2. Geschadet hat die Kritik den Floristen nicht: Bis heute sind Blumen das beliebteste Geschenk am Muttertag. Darüber freut sich – neben den Beschenkten – die Schnittblumen-Branche: Sie verkauft in der Muttertagswoche deutschlandweit Rosen, Tulpen, Gladiolen und vieles mehr im Wert von bis zu 120 Millionen Euro. Der Umsatz mit Schnittblumen ist damit doppelt so hoch wie in einer normalen Woche, so die Zahlen der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft.

3. Auch bei anderen Einzelhändlern floriert das Geschäft: Neben Blumenläden profitieren Parfümerien, Lebensmittelhersteller und Verlage vom Muttertags-Umsatz. Fragt man die Mütter direkt, müssten die Kinder laut welt.de aber gar nicht so viel Geld ausgeben: Von Blumen abgesehen wünschen sie sich lieber selbstgemachte Geschenke oder einfach nur einen Tag ohne Streit.

4. Was wäre ein Muttertag ohne Mamas? In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer weniger neue Mütter. Denn Frauen bekamen seltener Kinder. Gute Nachricht: Seit ein paar Jahren kehrt sich diese Entwicklung wieder um. Im März hat das Statistische Bundesamt neue Zahlen herausgegeben: Demnach haben die Deutschen im Jahr 2016 exakt 792.131 Kinder bekommen. Das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr – so viele Kinder gab es das letzte Mal vor 20 Jahren.

5. Als Anna Jarvis den Muttertag ins Leben rief, stand er symbolisch für Ungerechtigkeiten, mit denen Frauen damals konfrontiert waren. Beim Thema Finanzen gibt es auch heute noch große Unterschiede: Mädchen bekommen oft weniger Taschengeld als Jungen. Und  im Arbeitsleben liegt der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen in Deutschland 20 Prozent unter dem von Männern – was sich wiederum in kleineren Renten niederschlägt. Dass viele Frauen im Alter schlechter dastehen, liegt jedoch auch an ihren Geldanlage-Vorlieben: „Frauen sparen anders und verlieren“, titelte die FAZ neulich. Aufhänger war eine Studie, laut der Männer weitsichtiger anlegten sowie Aktien und Fonds bevorzugten, die langfristig mehr Rendite bringen. Frauen setzten eher konservativ auf minimal verzinstes Tages- oder Festgeld – was auch daran liegen könnte, dass es für viele Frauen eher Pflichterfüllung als Herzensangelegenheit ist, sich mit den eigenen Finanzen auseinander zu setzen. Insofern: Wenn Sie schon Geld ausgeben, schenken Sie Ihrer Mutter doch statt Freesien ein paar Fondsanteile – langfristig sind die die größere Zierde.

Drucken/PDF

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.