Nach dem Abi ist vor dem Studium: So klappt’s mit der Finanzierung

Nach dem Abi ist vor dem Studium: So klappt’s mit der Finanzierung

Finanzen im Alltag

Die einen haben es schon hinter sich, andere stecken gerade noch in den letzten Prüfungen: Mit dem Abitur geht der große Lebensabschnitt Schule zu Ende. Und viele junge Leute stellen sich spätestens jetzt die Frage: Was soll ich studieren – und kann ich mir ein Studium überhaupt leisten? Schließlich haben Studis monatlich im Schnitt mehr als 800 Euro Lebenshaltungskosten, so die Zahlen des Deutschen Studentenwerks.

Wer wenig oder keine finanzielle Unterstützung von den Eltern bekommt, für den gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Zeit an der Uni zu finanzieren. 

BAföG: So hilft der Staat

Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG): ein sperriger Begriff, allerdings für rund ein Viertel der Studierenden die Basis für ihre Ausbildung. Voraussetzung ist – vereinfacht gesagt –, dass die finanziellen Mittel von Eltern oder Lebenspartner nicht ausreichen, um sich ein Studium leisten zu können. Bis zu 735 Euro inklusive Versicherungszuschläge gibt’s monatlich vom Staat. Das Besondere am BAföG im Vergleich zu einem Kredit: Die Hälfte des Zuschusses ist geschenkt, die andere Hälfte bekommen Studierende als zinsloses Darlehen. Von der Darlehenssumme müssen sie insgesamt maximal 10.000 Euro zurückzahlen. 

Studienkredit: Finanzspritze für Studis mit Plan

Das BAföG ist eine solide Unterstützung  – doch nicht jeder Student, dem das eigene Geld zum Studieren nicht reicht, bekommt es auch. Deshalb gibt es als Alternative zur staatlichen Unterstützung Studienkredite. Etwa 44.000 Studierende finanzieren so ihre Ausbildung, also etwa jeder Zwanzigste laut aktuellem Studienkredit-Test des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE).

Wer einen Kredit beantragen will, sollte möglichst genau wissen, wie sein Studium verläuft. Ist ein Auslandssemester geplant? Bleibt Zeit für einen Nebenjob? Hält man die Regelstudienzeit ein? Ein genauer Kostenplan ist wichtig, um die richtige Kredithöhe zu ermitteln – und so zu vermeiden, dass die Finanzspritze später nicht zur unerwarteten Kostenfalle wird. 

Denn anders als beim BAföG fallen beim Studienkredit Zinsen an, die man zusätzlich zur Kreditsumme zurückzahlen muss. Experten raten daher, vor Abschluss genau zu klären, wie hoch der Zinssatz ist und ab wann man sie zurückzahlen muss – zum Beispiel erst dann, wenn man einen festen Job hat. Zudem würden echte Studienkredite nicht in einer Summe, sondern monatlich ausgezahlt.

Wer einen Kredit in Anspruch nehmen will, sollte zudem prüfen, wie flexibel das Darlehen hinsichtlich eines Fächerwechsels, eines Urlaubssemesters oder einer Sonderauszahlung sein soll. Tipp: An der Uni vor Ort nachfragen – manchmal gibt es hochschulspezifische Angebote. Generell empfiehlt es sich, Angebote zu vergleichen und genau zu recherchieren, um den passenden Kredit für die eigene Situation zu finden. Der Studienkredit-Test des Centrums für Hochschulentwicklung ist hierfür ein guter Einstieg.

Kellnern & Co.: Richtig angestellt 

Fast 70 Prozent der Studis in Deutschland jobben neben der Uni, um sich ihre Ausbildung zu finanzieren. Ideal ist ein Minijob: Studierende dürfen zwar nur bis zu 450 Euro im Monat verdienen, dafür sind sie in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse kostenlos versichert. Wer mehr verdient, muss einen eigenen (ermäßigten) Beitrag zahlen. In diesem Fall bietet sich die Anstellung als Werkstudent an: Bis zu 20 Stunden pro Woche in der Vorlesungszeit sind erlaubt. Achtung: Wer BAföG bekommt, darf nicht mehr als 5.400 Euro im Jahr verdienen, sonst wird der Zuschuss gekürzt.

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