Niedrigzinsen und kein Ende: Welche Geldanlage lohnt sich noch?

Nur wenige Promille Zinsen für klassische Sparkonten, 0,4% für zehnjährige Bundesanleihen. Neue Zahlen zeigen, wie schwer es ist, angesichts der Niedrigzinsen noch attraktive Renditen zu erwirtschaften. Zum Glück gibt es Alternativen.

„Reich, aber kurzsichtig.” So hatten wir unlängst einen Blogbeitrag zur Geldanlage hier überschrieben. Tenor: Die Deutschen sind, was ihr Geldvermögen angeht, reich wie nie. Doch clever legen sie dieses Vermögen nicht an. Im Gegenteil: Die scheinbar sicheren Anlagen Tagesgeld und Festgeld dominieren weiterhin (wie schon 2015) – obwohl sie wegen der anhaltenden Niedrigzinsen nur Renditen im Promillebereich abwerfen. So verschenken deutsche Sparer bares Geld. 

Dies belegen neue Rendite-Zahlen anlässlich des Weltspartages am 30. Oktober. Es bleibt dabei: Die Zeiten, in denen Verbraucher zufrieden auf ihre Sparbuch-Zinsen schauen konnten, sind und bleiben Vergangenheit. Für Spareinlagen wie klassische Sparkonten mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten liegt die Verzinsung im Bereich weniger Promille. Selbst zehnjährige Bundesanleihen rentieren pro Jahr nur noch mit etwa 0,4 Prozent, wie unsere Grafik (siehe oben) zeigt. 

So mancher Verbraucher fragt sich, ob sich Geld anlegen überhaupt noch lohnt. Die Antwort: Ja, das kann es. Höhere Renditechancen gibt es, wenn Anleger bereit sind, ein gewisses Risiko einzugehen. Mit großen deutschen Standardaktien (Dax-Werten) beispielsweise lassen sich Dividenden von durchschnittlich etwa 2,6% jährlich einfahren, in Einzelfällen auch mehr: 2016 beispielsweise war ein sehr gutes Aktienjahr: Wer am ersten Handelstag DAX-Papiere gekauft hat, konnte bis Anfang 2017 im Schnitt etwa 12% Plus erwirtschaften. 

Was viele nicht bedenken: Hinter den abstrakten Prozentzahlen verbergen sich unter Umständen große Summen. Angenommen, Sie hätten im vergangenen Jahr 10.000 Euro angelegt, hätten Sie mit Dax-Aktien fast 1.200 Euro mehr Plus erwirtschaftet als auf dem Sparkonto. 

Aktiensparer müssen allerdings Kursschwankungen aushalten können. Fonds und Einzelaktien sollten Sie daher nur kaufen, wenn Sie einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren haben. Zudem ist eine breite Risikostreuung wichtig – diese kann zum Beispiel über Länder hinweg oder über Branchen erfolgen. Lassen Sie sich für die Auswahl der passenden Aktien oder Aktienfonds auf jeden Fall vorab gut beraten. Und: Informieren Sie sich selbst – zum Beispiel mit unserem kostenlosen wöchentlichen Verbraucher-Newsletter.

 

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