Ökonomische Bildung: Zeitungsleser wissen mehr

Ökonomische Bildung: Zeitungsleser wissen mehr

Junge Leute, die den Wirtschaftsteil einer Zeitung lesen, verfügen über erheblich mehr ökonomische Kenntnisse als ihre Altersgenossen, die das nicht tun. Das liegt nahe, das Ausmaß der Diskrepanz überrascht aber dann doch. Ergebnisse einer Sonderauswertung der Jugendstudie des Bankenverbands.

Christian Jung

05.10.2018

von Christian Jung

Junge Leute, die den Wirtschaftsteil einer Zeitung lesen, verfügen über erheblich mehr ökonomische Kenntnisse als ihre Altersgenossen, die das nicht tun. Das liegt nahe, das Ausmaß der Diskrepanz überrascht aber dann doch. Ergebnisse einer Sonderauswertung der Jugendstudie des Bankenverbands.

Die repräsentative Studie, in der in Deutschland lebende Jugendliche und junge Erwachsene auch zu ihrer Wirtschafts- und Finanzbildung befragt wurden, hat erhebliche Defizite in der ökonomischen Bildung bestätigt. Nur ein Fünftel (18 %) der 14- bis 24-Jährigen konnte beispielsweise sagen, wie hoch die Inflationsrate zurzeit ungefähr ist, wobei vier von zehn Befragten gar nicht wussten, was "Inflationsrate" überhaupt bedeutet. Ebenso vielen (40 %) war nicht bekannt, dass die Europäische Zentralbank für die Sicherung der Preisstabilität in den Euro-Ländern, und damit auch in Deutschland, verantwortlich ist. Und den Begriff „Rendite“ kennen mehr als die Hälfte der jungen Leute (53 %) nicht. Anhand von sieben Wissensfragen solcher Art wurde der Kenntnisstand der Befragten erfasst und in einem Index zusammengeführt. Danach haben 34 Prozent der 14- bis 24-Jährigen sehr gute, 32 Prozent gute, 22 Prozent schlechte und 12 Prozent sehr schlechte ökonomische Kenntnisse. 

Wie eine Sonderauswertung der Mediennutzung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nun ergab, hat die regelmäßige Lektüre des Wirtschaftsteils einer Tageszeitung einen stark positiven Einfluss auf das eigene Wirtschafts- und Finanzwissen: Von den 14- bis 24-Jährigen, die mindestens vier Mal pro Woche den Wirtschaftsteil lesen, verfügen fast zwei Drittel (64 %) über sehr gute ökonomische Kenntnisse; bei Befragten, die seltener den Wirtschaftsteil lesen, fällt dieser Anteil rapide (auf 35 bzw. 28 %) ab. Und auch umgekehrt gilt, dass unter den Befragten mit (sehr) guten Wirtschaftskenntnissen jene, die öfter den Wirtschaftsteil lesen, deutlich häufiger anzutreffen sind. Während unter den jungen Leuten mit (sehr) schlechten ökonomischen Kenntnissen nur 14 Prozent mindestens zwei Mal pro Woche den Wirtschaftsteil einer Tageszeitung lesen, liegt dieser Anteil bei den Befragten mit (sehr) guten Wirtschaftskenntnissen mit 33 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Immerhin liest gut ein Viertel (26 %) der 14- bis 24-Jährigen mindestens zwei bis drei Mal pro Woche den Wirtschaftsteil einer Tageszeitung; jeder Zehnte tut dies noch öfter. Dabei sind es aber vor allem junge Erwachsene im Alter zwischen 21 und 24 Jahren, die vermehrt Tageszeitungen als Quelle für Wirtschaftsinformationen nutzen: Rund ein Drittel (34 %) aus dieser Altersgruppe lesen mindestens zwei bis drei Mal pro Woche den Wirtschaftsteil. Medien spielen insgesamt für die Wirtschaftsbildung der jungen Generation eine wichtige Rolle. Sechs von zehn (57 %) der Jugendlichen und jungen Erwachsenen erwarten von ihnen Informationen zu den für sie wichtigen Wirtschaftsthemen.

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