Windräder

Ökostrom – weiter auf dem Vormarsch

Energie

12.04.2021

Im vergangenen Jahr war es so weit: Erstmals wurde in Europa mehr Strom aus erneuerbaren als aus fossilen Energiequellen produziert. Erneuerbare Energien hatten 2020 einen Anteil von 38 Prozent am europäischen Strommix, wohingegen fossile Energieträger nur auf 37 Prozent kamen. Das zeigt eine gemeinsame Analyse von Agora Energiewende und dem britischen Thinktank Ember. Vorangetrieben wurde der Wandel durch das rasante Wachstum der Wind- und Solarstromerzeugung; diese habe sich seit 2015 fast verdoppelt. Im Jahr 2020 stammte bereits ein Fünftel des EU-Stroms (und mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien) aus Wind- und Solarenergieanlagen. Die höchsten Anteile wurden in Dänemark (61 Prozent), Irland (35 Prozent), Deutschland (33 Prozent) und Spanien (29 Prozent) verzeichnet.  

Kohlestrom deutlich rückläufig

Umgekehrt zum Wachstum bei den Erneuerbaren Energien hat sich die Kohleverstromung seit 2015 halbiert. Allein im Jahr 2020 sank sie um ein Fünftel. Kohlekraftwerke lieferten damit nur noch 13 Prozent des europäischen Stroms. In Deutschland, größter Kohlestrom-Erzeuger der EU, sank die Menge um 22 Prozent, in Polen um acht Prozent. In Ländern wie den Niederlanden, Griechenland und Spanien brach die Erzeugung um bis zu 50 Prozent ein – allerdings auf ohnehin niedrigem Niveau. Die Stromerzeugung aus Erdgas sank 2020 hingegen nur um 4 Prozent. Hintergrund dieser ungleichen Entwicklung ist der deutlich gestiegene Preis für Emissionszertifikate. Dadurch produzierten vergleichsweise klimafreundliche Gaskraftwerke vielfach den billigsten Strom unter den fossilen Kraftwerken. Sie unterboten in Deutschland, Polen und Tschechien sogar erstmals für einige Monate die Braunkohleverstromung. 

Abschied von fossiler Energie kein Selbstläufer

Im vergangenen Jahr hat auch eine Rolle gespielt, dass der Stromverbrauch aufgrund der Corona-Pandemie insgesamt rückläufig war. Die Autoren der Studie warnen daher, dass die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie den Klimaschutz nicht ausbremsen dürfe. Weil erneuerbare Energien weiter hinzugebaut würden und der CO₂-Preis kontinuierlich steigen werde, dürfte sich der Niedergang der Kohle aber auch nach der Pandemie weiter fortsetzen, so die Autoren. Dennoch: Der Abschied von fossiler Energie sei kein Selbstläufer, warnt die Studie. 

Im Durchschnitt der vergangenen Jahre wuchs die Stromerzeugung aus Wind und Sonne jährlich um 38 Terawattstunden. Das wurde zwar 2020 mit 51 Terawattstunden deutlich übertroffen. Um aber die europäischen Klimaziele bis 2030 zu erreichen, müssten es jährlich 100 sein, heißt es darin. Der Umbau, so schreiben die beiden Thinktanks, sei immer noch zu langsam. Vor allem Staaten in Osteuropa träten auf der Stelle.

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