Online-Shopping

Gewinner Online-Handel

Konsum

Dass der Online-Handel zu den „Gewinnern“ der Corona-Krise zählt, ist an und für sich keine Überraschung, wird durch aktuelle Zahlen aber noch einmal eindrucksvoll unterstrichen. Im Monat Juni stieg der Umsatz im Online- und Versandhandel preisbereinigt um fast ein Drittel (30,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt jüngst mit. Ein Wachstum dieser Größenordnung sei selbst in dieser sehr dynamischen Branche ungewöhnlich und „zu einem erheblichen Teil auf einen Sondereinfluss der Pandemie zurückzuführen“, so die Erläuterungen der Statistiker.

Textilgeschäft deutlich rückläufig

Da in der Corona-Krise zeitweise viele Geschäfte schließen mussten und Verbraucher Infektionen fürchteten, bekam der ohnehin boomende Online-Handel einen großen zusätzlichen Schub. Mit dem Umsatzplus von mehr als 30 Prozent im Juni wuchs der Internet- und Versandhandel viel stärker als der Einzelhandel insgesamt, der (stationär plus online) um 5,9 Prozent zulegte. Erhebliche Unterschiede gibt es bei den einzelnen Produktsegmenten: Während die Erlöse mit Einrichtung, Haushaltsgeräten und Baubedarf (plus 14,6 Prozent) sowie mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren (plus 2,3 Prozent) zum Teil deutlich stiegen, blieben die Geschäfte mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren (minus 16 Prozent) weit unter Vorjahresniveau. Auch der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, worunter Waren- und Kaufhäuser fallen, erlitt nennenswerte Einbußen von gut 11 Prozent.

Der Einzelhandel war im Mai aus dem Corona-Tief gekommen. Gemessen am Februar, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie in Deutschland, lag der Umsatz im Juni nun kalender- und saisonbereinigt um 1,4 Prozent höher. Die Branche sieht sich aber nicht über den Berg: Die Corona-Krise werde den Handelsunternehmen abseits des Lebensmittelhandels voraussichtlich Umsatzeinbußen von 40 Milliarden Euro bescheren, sagte der Präsident des Branchenverbands HDE. Gerade viele Bekleidungshändler durchlebten weiter schwere Zeiten.

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