Premiere auf den deutschen Euromünzen

Serie „Geldköpfe“

Seitdem der Euro im Jahr 2002 die D-Mark als Zahlungsmittel in Deutschland abgelöst hat, ist er in aller Hände. Die Motive sind bei jedem Mitglied der Eurozone anders, hierzulande dominieren bisher Symbole und Bauwerke. Doch nun hat ein berühmter Deutscher eine eigene Sondermünze bekommen: Altkanzler Helmut Schmidt. Warum ihm diese Ehre posthum zuteil wird, erklären wir im dritten Teil unserer Serie „Geldköpfe“.

Die Motivpalette der deutschen Euromünzen ist schmal: Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen ziert auf der Rückseite das Bild eines Eichenblattes – eine Reminiszenz an die Pfennigstücke. Die anderen Cent-Münzen zeigen das Brandenburger Tor, die  1- und 2-Euro-Münzen den Bundesadler. 

Vielfalt gibt es nur bei den größten Geldstücken: Alle Euro-Mitglieder dürfen jedes Jahr eigene 2-Euro-Sonderprägungen herausbringen, sogenannte Gedenkmünzen. Seit Januar 2018 gibt es in Deutschland zum ersten Mal eine Variante, auf der eine Persönlichkeit geehrt wird: der im November 2015 verstorbene Altkanzler Helmut Schmidt. Die Münze zeigt den früheren SPD-Politiker in der für ihn typischen Diskutierpose – allerdings ohne für die ihn ebenso typische Zigarette. 


Anlass ist der Geburtstag des Sozialdemokraten, der sich im Dezember zum 100. Mal jährt. Das Motiv hat der Berliner Künstler Bodo Broschat gestaltet. Im Gegensatz zu vielen kritischen Medienstimmen war der „Glimmstengel“ für die Auswahljury kein Muss: Der Künstler habe sich entschieden, Helmut Schmidt ohne Zigarette darzustellen. Entscheidend sei seine starke Position in der Gesellschaft. Und diese Haltung hat er eben auch ohne Zigarette gehabt.

Deutsche Euro-Gedenkmünzen gibt es seit 2006 – bislang ohne echte Köpfe

Während es in anderen Euro-Mitgliedsstaaten gang und gäbe ist, Nationalhelden, Staatsführer oder andere bekannte Persönlichkeiten auf Euromünzen zu ehren, ist dieser Schritt für Deutschland eine Premiere. Seit 2006 gibt es die Gedenkmünzen, bislang sind nur Wahrzeichen aus den verschiedenen Bundesländern erschienen.

Zudem beteiligte sich Deutschland an verschiedenen Gemeinschaftsausgaben: 2007 an der Sonderprägung zu Ehren des 50-jährigen Jubiläums der Römischen Verträge, 2009 feierte man zehn Jahre Wirtschafts- und Währungsunion in der EU, 2013 jährte sich die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags zum 50. Mal. Schließlich kamen 2015 in Deutschland sogar drei Gedenkmünzen heraus; zusätzlich zum Bild der Frankfurter Paulskirche würdigte die Bundesrepublik 25 Jahre Deutsche Einheit und das 30-jährige Bestehen der Europaflagge.

Helmut Schmidt hat in diesem Jahr auch keinen Exklusivstatus: Zeitgleich ist eine Gedenkmünze mit dem Bild des Charlottenburger Schlosses in Berlin erschienen. Beide Motive haben eine Auflage von 30 Millionen – die Chance auf einen „deutschen Kopf“ im Geldbeutel stehen also gut.

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