Regierung hat Gründungsinitiative ausgerufen

Regierung hat Gründungsinitiative ausgerufen

Unternehmensgründung

Weil immer weniger Menschen in Deutschland ein Unternehmen gründen, will das Bundeswirtschaftsministerium mit einer großangelegten Initiative den Gründergeist wecken und bürokratische Hürden abbauen.

Die Zahl der Unternehmensgründungen war in den letzten Jahren konstant rückläufig. Laut dem aktuellen Gründungsmonitor der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) wurden im Jahr 2017 557.000 neue Unternehmen gegründet – zwei Jahre zuvor waren es noch 763.000 Unternehmen. Ein Grund hierfür liegt sicherlich in der guten Arbeitsmarktlage: Viele Menschen werden selbstständig bzw. gründen ein Unternehmen, weil sie keine Anstellung finden – in wirtschaftlich guten Zeiten mit hohem Beschäftigungsgrad kommt dieses Motiv entsprechend weniger zum Tragen. Allerdings ist auch die Zahl jener Unternehmensgründungen rückläufig, die mit einer anderen Zielsetzung einhergehen: schnell und stark zu wachsen, ein neues Produkt zu lancieren, eine Marktlücke auszufüllen. Hier will das Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft (BMWi) eine Trendwende schaffen.

Unternehmenskultur stärken

Gemeinsam mit den vier großen Wirtschaftsverbänden BDA, BDI, DIHK und ZDH hat das BMWi zu einer großen Gründungsinitiative aufgerufen. Gemeinsam wolle man „die Unternehmenskultur – ob per Neugründung oder in Nachfolge – in Deutschland stärken und mehr Menschen für unternehmerische Selbstständigkeit motivieren“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Es sollen nun die Punkte angegangen werden, die Start-ups behindern oder Menschen davon abhalten, sich selbstständig zu machen. Schwerpunkte sollen dabei die Belebung des Gründergeistes in Deutschland, Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge, weniger Bürokratie und mehr steuerliche Entlastungen sowie eine stärkere Förderung von weiblichen Gründern und solchen mit Migrationshintergrund sein.

Konkret sollen „Chancen und Herausforderungen unternehmerischer Selbstständigkeit“ bei der Ausbildung und in den Berufsschulen stärker vermittelt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium verspricht zudem, sich dafür einzusetzen, dass ein Unternehmen künftig mit nur einem Behördengang gegründet werden kann; bislang müssen Gründer von einem Amt zum anderen laufen. Eine wichtige Säule ist auch die Finanzierung: Der Zugang zu mehr Kapital ist stets eines der Hauptanliegen der deutschen Start-up-Szene. Im Vergleich zu den USA gibt es in Deutschland weniger Wagniskapitalgeber. Gerade bei Venture-Capital für junge Unternehmen in der Wachstumsphase, so die Einschätzung von Branchenkennern, liege Deutschland zurück und könne noch viel brachliegendes Potenzial aktiviert werden.

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