Globus

Risikowahrnehmungen: Wovor sich die Menschen sorgen

Globale Sicherheit

28.06.2021

Die Münchner Sicherheitskonferenz hat rund 12.000 Frauen und Männer in den sieben wichtigsten Industriestaaten der Welt sowie in Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS-Staaten) danach befragen lassen, was ihnen Angst macht, und daraus einen Risiko-Index erstellt. Um die Risikowahrnehmung zu messen wurde u.a. nach der Größe eines Risikos gefragt, nach der Wahrscheinlichkeit, dass die Bedrohung real wird, und danach, wie gut das Land darauf vorbereitet ist. 

Sorge wegen des Klimawandels

Den Ergebnissen zufolge hat sich gerade in Europa das Bedrohungs- und Sicherheitsgefühl verschoben – die Menschen dort sorgen sich zunehmend um das Klima, um Extremwetterlagen und um die Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen. In Deutschland etwa rangiert das Klimathema an erster Stelle der Bedrohungsanalyse und erreicht 66 von 100 möglichen Punkten. Erst danach folgen die Sorge um Pandemien, islamistischen Terror und Cyberangriffe. Auf der Liste der als bedrohlich empfundenen Staaten nimmt China mit 45 Punkten den ersten Platz ein, gefolgt von Russland und Iran. Am wenigsten sorgen sich die Deutschen um den Zusammenbruch der Demokratie in ihrem Land, Nahrungsmittelknappheit, die USA oder die Europäische Union.

Der Faktor China

Die Befragten in allen Ländern erwarten, dass sich die technologische Führungsrolle in den kommenden 50 Jahren eindeutig nach China verlagern wird. In den großen europäischen Staaten (mit Ausnahme Italiens) und selbst in den USA geht über die Hälfte der Bevölkerung davon aus, dass China unangefochten an der Spitze stehen wird, während der Europäischen Union die geringsten Chancen auf eine technologische Vormachtrolle eingeräumt werden. 

Wie sehr die Polarisierung der Welt zwischen China und den USA zunimmt, lässt sich auch anhand von Daten belegen, die sich mit den Konflikten der Zukunft befassen: Erhöhte Risiken werden da vor allem in Ostasien ausgemacht. So gehen rivalisierende Staaten in der indopazifischen Region davon aus, dass es zu einer Invasion Südkoreas durch das Regime im Norden kommen könnte. Einen Krieg zwischen Indien und China halten 60 Prozent der Inder und 32 Prozent der Chinesen für wahrscheinlich. Fast die Hälfte der Japaner und der Inder und immerhin noch 28 Prozent der US-Amerikaner halten eine Invasion Chinas auf der Insel Taiwan für möglich. 

Auffällig ist das allgemein niedrige Bedrohungsgefühl in China, wo die USA mit einem Wert von 44 an erster Stelle stehen, gefolgt von der Sorge um den Klimawandel. In Russland steht die Angst vor wachsender Ungleichheit im Land vor der Klimafurcht. Nur in den USA ist die Angst vor dem Klimawandel unterdurchschnittlich ausgeprägt. Dort sorgen sich die Bürger vor allem um Cyberangriffe, China, und die politische Polarisierung. 

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