So viele Aktionäre wie seit zehn Jahren nicht

Sparen + Geldanlage

Mehr als zehn Millionen Deutsche besitzen zurzeit Aktien oder Anteile von Aktienfonds – so viele wie seit 2007 nicht mehr. Und trotzdem: Verglichen mit anderen Ländern legt noch immer nur eine Minderheit der Bürger ihr Geld am Aktienmarkt an. Das will die Börse Frankfurt ändern. Am 16. März ruft sie zum vierten Mal den Tag der Aktie aus, an dem Privatanleger gebührenfrei Wertpapiere kaufen können.

Mehr als zehn Millionen Deutsche besitzen Aktien oder Anteile eines Aktienfonds – so viele waren es zuletzt im Jahr 2007. Dennoch sind Aktionäre hierzulande immer noch eine Minderheit. Das will die Börse Frankfurt ändern – mit dem Tag der Aktie. Am 16. März findet die Aktion mit gebührenfreiem Wertpapierkauf zum vierten Mal statt

Vor genau 730 Jahren, im Jahr 1288, wurde die – nach unserem heutigen Verständnis – allererste Aktie verbrieft. Dabei handelte es sich um die Teilhabe einer schwedischen Kupfermine. Ein Erfolgsmodell, das sich bis heute gehalten hat – und in Deutschland gerade neuen Aufwind bekommt: Einer Erhebung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zufolge investieren erstmals seit 2007 wieder mehr als 10 Millionen Menschen in Aktien. Das ist ein Plus von rund 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Allerdings: Im Vergleich zu anderen Ländern sind wir Deutschen noch immer zurückhaltend, wenn es um Wertpapiere geht. Während in den USA bereits jeder dritte Bürger in Aktien investiert, ist es hierzulande nur etwa etwa jeder sechste. Generell ist mit knapp neun Prozent nur ein kleiner Teil des privaten Geldvermögens in Aktien und Fonds angelegt. Viele Deutsche scheuen offensichtlich noch immer das Risiko vor turbulenten Kursenwicklungen.  
 
Deswegen hat die Börse Frankfurt im Jahr 2015 den 16. März zum Tag der Aktie auserkoren. An diesem Tag kann jeder Deutsche gebührenfrei Aktien kaufen. Die Initiatoren wollen  dadurch die Bekanntheit von Aktien und anderen börslich gehandelten Produkten fördern. 

Auf lange Sicht hohe Renditechancen

Die Initiative ist begrüßenswert. Denn langfristig gesehen bieten Aktien und Fonds deutliche höhere Erträge als Spar- oder Festgeldkonten: So hat sich der DAX 30, in dem die 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne enthalten sind, in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr als ver-13-facht. Wer also 1988 10.000 Euro investiert hat, könnte heute mehr als 130.000 Euro besitzen. Natürlich ist der Rückblick kein Garant für die Zukunft, dennoch stehen die Chancen für Börsenanleger langfristig gut. Gerade auf lange Sicht sind Aktien so beispielsweise eine gute Möglichkeit für die private Altersvorsorge

Übrigens: Wie die Erhebung des DAI zeigt, ist der typische deutsche Aktionär männlich, über 50 Jahre alt, gut gebildet und hat ein überdurchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro. Dass Frauen weniger in Wertpapiere investieren als Männer, hat auch jüngst eine Untersuchung der comdirect bestätigt: Während bei männlichen Kontoinhabern Aktien im Schnitt 21 Prozent des Portfolios ausmachen, ist es bei Frauen nicht einmal halb so viel.

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