Start up

Europäische Start-ups: Finanzierungsrunden werden größer

Unternehmensfinanzierung

17.02.2020

Die europäische Start-up-Szene boomt und mit ihr der Einsatz von Venture Capital (VC) – also von Wagnis- oder Risikokapital, mit dem sich ein Venture Capitalist an jungen Tech-Unternehmungen beteiligt, die als eher riskant eingestuft werden. In den fünf Jahren von 2015 bis 2019 hat sich das in junge europäische Technologiefirmen investierte Kapital von 34 auf 113 Milliarden Dollar (aufs Jahr hochgerechnet, Stand November 2019) mehr als verdreifacht. Zugleich ist die Zahl der Finanzierungsrunden über 100 Millionen Dollar von 9 auf 40 in die Höhe geschnellt, wie aus einer Branchenstudie der VC-Firma Atomico hervorgeht. Im Vergleich zu 2017 haben vor allem amerikanische VC-Firmen ihr Engagement in der Region deutlich ausgeweitet: auf 10 von vorher 5,8 Milliarden Dollar; asiatische Fonds investierten 4 Milliarden Dollar (zuvor 1,7) in die aus ihrer Sicht wirtschaftlich stabileren europäischen Länder. Unter den europäischen Start-up-Standorten hat London seine Führungsrolle behauptet, vor Paris und Berlin.

Drei Vertreter aus Deutschland

Gleich drei der Top-10-Unternehmen mit den größten Einzelfinanzierungsrunden 2019 kommen aus Deutschland. Die größte Einzelsumme unter ihnen strich der in München ansässige Busbetreiber Flixbus ein, mit 500 Millionen Dollar, unmittelbar gefolgt von dem Sightseeing-Anbieter Getyourguide aus Berlin, der 484 Millionen Dollar erhielt. Dritte im Bunde ist die Bank N26 aus Berlin, die zunächst 300 Millionen Dollar einsammelte. In einer weiteren Runde hat sie nochmals 170 Million Dollar erhalten.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten spielen Börsengänge (IPOS-Initial Public Offerings) inzwischen eine zunehmende Rolle: In den vergangenen sechs Jahren hat die Zahl der Tech-Börsengänge in Europa die in den USA sogar übertroffen. Allerdings sind die Volumina in Amerika noch immer weit höher. Allein das „Going-public“ von Uber war größer als die zehn größten Tech-IPOS in Europa 2019 zusammen. Der schwerste Tech-Börsengang in Europa fand indes in Frankfurt statt. Das schwäbische Software-Unternehmen Teamviewer startete mit einer Marktkapitalisierung von 5,8 Milliarden Dollar und war damit in Europa und den USA die Nummer 6. Ohnehin bringt Europa immer mehr Schwergewichte hervor. Binnen eines Jahrzehnts ist in der Region die Zahl der sogenannten Unicorns, also Start-ups mit einer Bewertung von mehr als 1 Milliarde Dollar, sprunghaft auf 174 von zuvor 18 angeschwollen.

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