Haus, Geldscheine, Goldbarren

Summe der Privatvermögen erreicht neuen Rekordwert

Wohlstand

28.06.2021

Nach Angaben der Beratungsgesellschaft Boston Consulting (BCG) erreichte das Privatvermögen der Deutschen Ende 2020 die schwindelerregende Höhe von 20 Billionen Dollar. In ihrem „Global Wealth Report“ trägt BCG alljährlich die Zahlen von Banken und Vermögensverwaltern zusammen; erstmals umfassen diese allerdings nicht nur das Finanzvermögen, also Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Fondsanteile und Lebensversicherungen, sondern zusätzlich auch Sachwerte wie Immobilien, Autos, Juwelen, Kunstgegenstände und Gold. 

Die Sachwerte sind nach den Erkenntnissen von BCG in Summe größer als die Finanzwerte und beliefen sich im Jahr 2020 auf 13 Billionen Dollar, 5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dahinter dürfte sich vor allem der Anstieg der Immobilienpreise verbergen. Aber auch die privaten Finanzvermögen entwickelten sich gut: Sie kletterten der Studie zufolge um 6 Prozent auf 9 Billionen Dollar. Abzüglich der Schulden von 2,4 Billionen Dollar errechnet sich für die Deutschen damit ein Gesamtvermögen von eben rund 20 Billionen Dollar. 

Medianwert aussagekräftiger als Durchschnittswert

20 Billionen Dollar entsprechen einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Vermögen von rund 240.000 Euro. Doch was sagt ein solcher Durchschnittswert aus? Gerade bei Vermögensberechnungen können extrem hohe Werte den Schnitt nach oben ziehen, sodass der „Durchschnitt“ letztlich kaum einen Eindruck vom typischen Wert in der abgebildeten Gruppe gibt. Umgehen lässt sich dieses Problem mit einem anderen statistischen Maß, dem Median. Er teilt eine Gruppe in genau zwei gleich große Hälften: Die eine Hälfte liegt über dem Median. Die andere Hälfte liegt darunter. Und zwischen Durchschnitt und Median kann es tatsächlich große Abweichungen geben, sowohl bei großen Gruppen als auch bei kleinen. Eine Nettovermögensberechnung für Deutschland mit Werten aus dem Jahr 2018 kam etwa auf ein durchschnittliches Vermögen von 162.600 Euro, während der Median nur bei 46.900 Euro lag. Dieser Zahlenvergleich deutet an, was andere Statistiken belegen: dass die Vermögensungleichheit in Deutschland im europäischen Maßstab eher hoch ist. 

Höheres Vermögen durch steigende Aktienkurse

Für die aktuellen Zahlen von BCG liegt kein Medianwert für. Dafür absolute Werte für den Rest der Welt: Auch dort erreichten die Privatvermögen im vergangenen Jahr neue Rekordhöhen. Insgesamt kletterten sie um 8 Prozent auf 431 Billionen Dollar. Dabei hatten die Fachleute von Boston Consulting noch vor Jahresfrist erwartet, dass die Finanzvermögen im Jahr 2020 wegen des globalen Wirtschaftsabschwungs infolge der Corona-Pandemie sinken würden. Dass es nun anders gekommen ist, führt BCG auf die überraschend starke Erholung der Aktienmärkte nach dem Einbruch im März vergangenen Jahres zurück. Insgesamt seien die Kurse im Jahresverlauf um mehr als 12 Prozent gestiegen. Als weiterer Grund für den Vermögensanstieg wird das Sparverhalten genannt, da die Menschen während der Pandemie weniger Gelegenheiten hatten, Geld auszugeben. Und auch die Immobilienpreise haben weiter angezogen.

Weiterer Vermögensanstieg erwartet

In der BCG-Rangliste der Länder, in denen die größten Privatvermögen angesiedelt sind, liegt Deutschland auf Platz vier. Die Spitzenplätze nehmen die Vereinigten Staaten (126 Billionen Dollar), China (72) und Japan (28) ein. Auf Rang fünf folgt Großbritannien mit knapp 16 Billionen Dollar. Nach Einschätzung von BCG werden die Privatvermögen in aller Welt bis 2025 jährlich um durchschnittlich knapp 5 Prozent auf 544 Billionen Dollar steigen. Den größten Schub soll es dabei in Asien (ohne Japan) geben, wo die Vermögen insbesondere in China schon seit Jahren viel kräftiger wachsen als andernorts. Für die Privatvermögen in Deutschland sagt Boston Consulting bis zum Jahr 2025 einen Anstieg von 4 Milliarden auf knapp 24 Milliarden Dollar voraus. Davon entfallen 11 Milliarden Dollar auf Finanzvermögen.

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