Kampagne ohne Banken

Darum machen wir mit unserer Digital-Kampagne #ohneBanken weiter

Oliver Santen

07.10.2019

von Oliver Santen

„Ich brauche keine Bank, ich habe Paypal“, sagte neulich ein junger Mann um die 30 zu mir. Das mag schon so sein, dass er das Gefühl hat, scheinbar ohne Bank durchs Leben zu kommen. Doch wie beispielsweise seine Miete zum Vermieter gelangt oder ihn jeden Monat sein Gehalt erreicht, darüber macht er sich offenbar keinen Kopf. Und doch trifft seine Aussage eine latente Grundstimmung: Nicht nur für junge Leute, auch für einige Medien sind Banken fast schon zu einem Auslaufmodell geworden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach bereits von „Bankendämmerung“, andere Redaktionen schwärmen von einer künftigen „Welt ohne Banken“.

Es wird niemanden überraschen, dass wir das beim Bankenverband anders sehen. Wir sind auch weiterhin davon überzeugt, dass es sich lohnt, über den Zweck von Banken zu sprechen und die Rolle, die sie in unserer Gesellschaft haben. Denn wie sähe unsere Wirtschaft, unser Alltag, unser ganzes Leben ohne Geldinstitute aus? Ginge das überhaupt? Vorstellbar ist es vielleicht, für einige wäre es anscheinend sogar wünschenswert. Aber welche Folgen hätte das für jeden Einzelnen von uns, für die Bargeldversorgung, für Kredite, für Export und Import sowie jede Form von Zahlungsverkehr?

Genau diesen Fragen widmet sich unsere Digital-Kampagne #ohneBanken, die im März dieses Jahres startete. Darin haben wir mit zugespitzten, teilweise augenzwinkernden Aussagen eine vermeintliche Welt ohne Banken beleuchtet – hinterlegt mit Fakten und Zahlen. „Ohne Banken könnten wir Luftschlösser bauen. Aber keine Wohnung finanzieren.“ Oder: „Ohne Banken wäre Ebbe im Geldbeutel. Denn Bargeld wächst nun mal nicht auf Bäumen.“ Der erste Teil von #ohneBanken hat uns viel Aufmerksamkeit beschert, aber wir sahen uns auch unsachlicher Kritik und teilweise sogar blankem Hass ausgesetzt. Wir hatten uns auf Dialog und Debatte eingestellt – und waren zumindest erstaunt über die Ablehnung und Aggressivität, die uns manche entgegengebracht haben. Natürlich wissen wir, dass auch mehr als zehn Jahre nach der Finanzkrise die Reputation der Finanzbranche noch immer im Keller ist. Gleichzeitig genießen die Bankberater bei ihren Kunden aber hohes Vertrauen. Die Frage, ob und wie sehr wir Banken brauchen, steht weiter im Raum.

Deshalb wollen wir uns von den teilweise heftigen Kommentaren in den sozialen Netzwerken nicht entmutigen lassen. Wir wollen weiter über den Zweck und die Bedeutung von Banken informieren und den Dialog dazu suchen. Im zweiten Teil unserer kompakten Digital-Kampagne, mit der wir heute starten, kommen nun Auszubildende und Dual-Studierende einiger unserer Mitgliedsbanken zu Wort. Die jungen Leute sagen kurz und knapp, wie unser Alltag ohne Banken aus ihrer Sicht aussehen würde. Mehr noch als die Argumente, die sie vorbringen, hat mich schwer beeindruckt, wie sie das tun: mit Überzeugung, großem Engagement und sympathischer Ausstrahlung. Das hat nicht nur bei den Dreharbeiten allen viel Spaß gemacht, ihre Aussagen haben uns auch bekräftigt. Wir sind beim Bankenverband stolz darauf, dass die jungen Leute so begeistert bei #ohneBanken mitgemacht haben. Wir danken ihnen für ihr Engagement und freuen uns darauf, den Dialog fortzusetzen. Und ob sachlich oder unsachlich: Kritik halten wir weiter aus, denn wir sind überzeugt, dass wir zugleich viele Menschen mit unseren Argumenten erreichen können. 

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