Von Rekord zu Rekord

Unternehmensfinanzierung

Junge Unternehmen in Europa werden mit immer größeren Finanzierungsrunden verwöhnt. London bleibt trotz des Brexits an der Spitze.

Start-ups und junge Wachstumsfirmen haben im ersten Halbjahr 2018 europaweit frisches Kapital über 10,2 Milliarden Euro eingesammelt – ein Plus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Transaktionen kletterte gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um 19 Prozent auf knapp 2.000 Deals und erreichte so einen neuen Rekord. Beide Zahlen gehen aus einer Studie der Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) hervor. Berücksichtigt werden dabei Unternehmen, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt.

London vor Berlin

In welchem Land ist das meiste Geld geflossen? Trotz des anstehenden Brexits setzen Kapitalgeber weiter vor allem auf britische Jungunternehmen, die insgesamt 3,1 Milliarden Euro erhielten. Deutschland liegt im Ranking mit 2,4 Milliarden Euro auf dem zweiten Rang, gefolgt von Frankreich mit knapp 2,0 Milliarden Euro. Im europäischen Städteranking liegt London mit 2,0 Milliarden Euro und 297 Finanzierungen weit vorne. Den zweiten Platz belegt wie schon im Vorjahreszeitraum Berlin (1,6 Milliarden Euro bei 123 Finanzierungen) vor Paris (1,4 Milliarden Euro, 197 Finanzierungen). Auf den Rängen vier und fünf folgen – gemessen am Finanzierungsvolumen – Stockholm und Dublin mit 325 bzw. 281 Millionen Euro. Neben Berlin kann sich mit München auch eine zweite deutsche Stadt unter den europäischen Top-10 platzieren – auf Platz sechs (215 Millionen Euro).

In Deutschland, so EY, fließe weiter besonders viel Geld in E-Commerce-Geschäftsmodelle, während in Großbritannien vor allem junge Fintech- und andere Technologieunternehmen hohe Summen erhalten. Auch für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer sehr regen Investitionstätigkeit, zunehmend rückten die Bereiche Software und Analysewerkzeuge inklusive der Blockchain in den Vordergrund, ebenso künstliche Intelligenz (KI) und Mobilität.

 

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