Währungen aus aller Welt – Teil 3: Woher kommt eigentlich das Pfund?

Währungen aus aller Welt – Teil 3: Woher kommt eigentlich das Pfund?

02.11.2017

In unserer neuen Reihe blicken wir auf die Herkunft von Währungen aus der ganzen Welt. Nach Gulden und Käsch zum Auftakt sowie einer Weltreise auf den Spuren des Dollar geht es heute um das Pfund.

In alten Backbüchern wird die Buttermenge gern in Pfund angegeben, schließlich war das lange Zeit ein gängiges Gewichtsmaß. Hier liegt auch die Verbindung zur gleichnamigen Währung, deren Geschichte weit zurückreicht. Im Fränkischen Reich etablierte sich das Pfund unter Karl dem Großen als Handels- und Münzgewicht. Ein karolingisches Pfund, auch Karlspfund genannt, entspricht heute einem Gewicht von etwa 408 Gramm. In seiner Münzordnung legte der Herrscher im Jahr 793/794 n. Chr. fest, dass aus einem Karlspfund Silber 240 Denare geprägt werden sollen. Das Pfund ist also schon rund 1200 Jahre alt und damit – trotz einiger Anpassungen – die älteste Währung der Welt, die noch heute in Gebrauch ist.

Ein besonderes Zählsystem

Aufgrund des karolingischen Münzsystems und der verwendeten Gewichtseinheit verbreitete sich der Begriff Pfund schon bald als Währungsbezeichnung in weiten Teilen Europas. Die heute wohl bekannteste Bezeichnung ist das britische Pfund, auch Pfund Sterling genannt. Die genaue Bedeutung des Zusatzes Sterling ist unklar, sicher scheint aber, dass es die Qualität und Menge des verwendeten Materials sicherstellen sollte. Im heutigen Sprachgebrauch wird der Begriff Sterling kaum mehr verwendet, lediglich in offiziellen Angelegenheiten und zur Unterscheidung von anderen Pfund-Währungen.

Das karolingische Münzsystem war nicht als Dezimalsystem angelegt. Stattdessen wurde ein Pfund in 20 Schillinge (Denare) und diese wiederum in je zwölf Pfennige (Pennies) unterteilt. Das britische Pfund orientierte sich an diesem System bis 1971. Erst dann glich man die Währung an das inzwischen global geläufige Dezimalsystem an.

Die großen Zeiten sind vorbei

Die Begriffe Lira (italienisch), Livre (französisch) und dschinēh bzw. gineh (arabisch), auch Guinee geschrieben, gehen ebenfalls auf die ursprüngliche Bedeutung des Karlspfunds zurück und werden parallel zu Pfund als Währungsbezeichnungen verwendet. Unter diesen Namen verbreitete sich das Pfund auch in Italien, Frankreich und arabischen Ländern wie Syrien oder Libyen. Aufgrund der britischen Kolonialmacht gelangte das Pfund in weitere Teile der Welt, etwa nach Neuseeland, Australien, Kanada und einige westafrikanische Regionen.

Nach ihrer Unabhängigkeit haben sich jedoch viele Länder vom Pfund als Währung abgewandt. So haben etwa Kanada, Australien und Neuseeland auf den Dollar umgestellt. Heute findet man Pfund-Währungen außer in einigen britischen Überseegebieten wie Gibraltar noch im Libanon, Sudan und in Ägypten (kl. Foto).

 

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