Währungen aus aller Welt – Teil 4: Woher kommt eigentlich die Krone?

In unserer neuen Reihe blicken wir auf die Herkunft von Währungen aus der ganzen Welt. Dollar, Pfund und Käsch hatten wir schon – in Folge vier geht es nun um die Krone.

Wen es im Urlaub in den Norden zieht, der weiß, dass man dort mit dem Euro nicht weit kommt. Kurz hinter Flensburg ist Schluss – stattdessen benötigen Sie in Ländern wie Dänemark, Schweden, Island oder Norwegen Kronen. Doch wieso haben ausgerechnet die skandinavischen Länder (anders übrigens als Finnland) eine gleichlautende Währung? Und woher stammt der Begriff? 

Die Lösung liegt nahe: Die Krone (vom Lateinischen „corona“: „Kranz“) steht stellvertretend für das Herrschaftssymbol des Königs als Staatsoberhaupt. So sind auf einigen schwedischen, dänischen und norwegischen Münzen immer noch Kronen zu entdecken, schließlich sind alle drei Länder bis heute (konstitutionelle) Monarchien. Für Island gilt das zwar nicht, doch die Insel gehörte bis 1918 zu Dänemark und führt den traditionellen Münznamen auch als eigenständiges Land fort. 

Ein Vorbild für den Euro? Die Skandinavische Währungsunion

Die Krone löste in Schweden den seit 1604 gültigen Reichstaler (Riksdaler) ab, in Dänemark und Norwegen den seit 1560 verwendeten Speciedaler. Mit der neuen Währung erhielt auch das Dezimalsystem in Skandinavien Einzug: Eine Krone ist in 100 Öre unterteilt. 

Seinen Ursprung hat die gemeinschaftliche Währungsbezeichnung in der Skandinavischen Münz- beziehungsweise Währungsunion von 1872. Damals schlossen sich zunächst Schweden und Dänemark zusammen, um gegenüber wichtigen Handelspartnern wie Deutschland und Großbritannien keine wirtschaftlichen Nachteile als „Juniorpartner“ zu haben. 

1877 trat Norwegen der Währungsunion bei. Fortan waren einheitliche Goldmünzen in allen beteiligten Ländern akzeptiert, die sich lediglich in der nationalen Prägung unterschieden. Einige Jahre später weiteten die beteiligten Länder die Regelung auch auf Banknoten aus. Damit wandelte sich die anfängliche Münz- in eine vollwertige Währungsunion.

Sie sorgte nicht nur für ein gleichnamiges Zahlungsmittel, der Umrechnungsfaktor zwischen den drei Kronen betrug auch stets 1:1:1. Erst als sich die Währungsunion 1924 im gegenseitigen Einverständnis auflöste – weil die drei Staaten uneins waren, wie die richtige Geldpolitik auszusehen habe –, änderten sich die Wechselkurse. Der Name des Geldes blieb jedoch erhalten.

Nicht nur Skandinavier nutzen Kronen

Da sich Island, Grönland und die Färöer-Inseln im 19. Jahrhundert unter dänischer Herrschaft befanden, galt die Krone auch dort als offizielles Zahlungsmittel. Heute sind Grönland und die Färöer autonome Gebiete, verwenden aber weiterhin die dänische Krone. Nach dem Ersten Weltkrieg, also wenige Jahre vor Ende der Skandinavischen Währungsunion, leitete Island die Unabhängigkeit von Dänemark ein. Dennoch lehnte sich der Inselstaat bei der eigenen Währung an die skandinavischen Nachbarn an und führte 1918 die isländische Krone ein. 

Übrigens: Die Krone ist kein rein nordisches Phänomen. In der Tschechischen Republik zahlt man heute ebenfalls mit Kronen. Diese werden allerdings nicht wie bei den Skandinaviern in Öre, sondern in Heller unterteilt. Die Währung folgte auf die Tschechoslowakische Krone, nachdem sich die Tschechoslowakei 1993 geteilt hatte. Auch Österreich-Ungarn führte bis 1918 die Krone als Goldwährung. Von 1918 bis 1925 galt die Währung nur noch in der Republik Österreich und hieß fortan Österreichische Krone.

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