Währungen aus aller Welt – Teil 5: Woher kommt eigentlich der Schilling?

Währungen aus aller Welt – Teil 5: Woher kommt eigentlich der Schilling?

16.11.2017

In unserer Reihe blicken wir auf die Herkunft von Währungen aus der ganzen Welt. Heute geht um einen alten Bekannten: den Schilling.

Wer an Schilling denkt, hat meist die österreichische Währung vor Augen. Diese ist allerdings seit der Euro-Einführung Anfang 2002 Geschichte – zumindest in der Alpenrepublik. Ganz anders ist es in einigen ostafrikanischen Ländern wie Kenia oder Uganda. Dort gibt es sogar große Pläne mit dem Schilling. 

Zur Herkunft des Wortes „Schilling“ gibt es, ähnlich wie beim Pfund Sterling, verschiedene Vermutungen. So verwendete man im Althochdeutschen und Germanischen den Begriff „skilling“. Das steht für „kleines Stück Gold“. Möglich ist aber auch, dass sich der Schilling an den indogermanischen Begriff „(s)ke“ anlehnt, was „schneiden“ bedeutet. Das könnte heißen, dass die Münze das von einem (Gold- oder Silber-) Stab „abgeschnittene Stück“ darstellt.

Der Alpen-Dollar – eine der stabilsten Währungen Europas

Aufgrund der von Karl dem Großen festgelegten Münzordnung und wegen des karolingischen Münzsystems entstand 794 der Begriff Pfund als Währungsbezeichnung. Gleichzeitig wurde der Schilling geboren, denn ein Pfund unterteilte man in 20 Schillinge und diese wiederum in je zwölf Pfennige. In den folgenden Jahrhunderten verbreiteten sich Schillinge in Mitteleuropa, aber auch in Skandinavien und Großbritannien. 

Heutzutage denkt man bei der Währung vor allem an den österreichischen Vorgänger des Euro. Infolge des Zerfalls der Österreichisch-Ungarischen Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg erlebte die damalige Währung, die Krone, eine starke Inflation. Daher führte die Republik Österreich 1925 Schilling und Groschen ein. Mit der Zeit entwickelte der Schilling sich zu einer der stabilsten Währungen Europas, weshalb er auch den Spitznamen Alpen-Dollar erhielt. 

Von Europa nach Afrika: Große Pläne für den Schilling

Doch wie kam der Schilling in afrikanische Länder wie Tansania, Uganda, Kenia und Somalia? Es ist ein Erbe des Kolonialsystems. Zwischen 1921 und 1969 war der ostafrikanische Schilling offizielle Währung in den damaligen britischen Kolonien. Doch auch nachdem die ostafrikanischen Länder ihre Unabhängigkeit erreicht hatten, hielten einige am etablierten Währungsnamen fest. So findet man heute den Kenia-, Uganda-, Tansania- und Somalia-Schilling – und es gibt dort sogar Überlegungen, ob man – ähnlich dem Euro – einen neuen ostafrikanischen Schilling als Gemeinschaftswährung einführt. 

In den vergangenen Jahren haben die Pläne allerdings einen Dämpfer erlebt, weil sich die Länder unterschiedlich entwickeln und es an politischen Antreibern fehlt. Doch bekanntermaßen war auch der Weg zum Euro einst ein steiniger. Und am Ende ging es dann doch schneller, als viele dachten…

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