Währungen aus aller Welt – Teil 7: Eine Reise durch die Welt der Währungen

In unserer Reihe erklären wir die Herkunft bedeutender Währungen – von Dollar und Dinar bis Kreuzer und Krone. Die letzte Folge lässt den Blick in die Ferne schweifen: zu Rubel, Peso, Yen und Co. 

Der Rubel

Beginnen wollen wir die kleine Weltreise im größten Land der Erde: Russland. Der dort bis heute gültige Rubel ist in 100 Kopeken unterteilt. Sein Name stammt vom russischen Wort für „herunterschlagen“ (weil ursprünglich Geldstücke von einem größeren Teil Edelmetall abgeschlagen wurden) und ist bereits seit dem 14. Jahrhundert in Gebrauch. Von 1922 bis 1993 war der Rubel Zahlungsmittel in der gesamten Sowjetunion. Inzwischen bezeichnen so nur noch Russland und Weißrussland ihre Währung. Außerdem gibt es einen eigenen Rubel in Transnistrien, das jedoch offiziell zu Moldawien gehört und international nicht anerkannt ist. Auch in den völkerrechtlich zu Georgien zählenden Regionen Abchasien und Südossetien zahlen die Einwohner mit dem russischen Rubel. 

Übrigens: Der weißrussische Rubel stammt direkt vom sowjetischen Rubel ab. Nachdem die Sowjetunion zusammengebrochen war, bestimmte man, zunächst den Rubel als Währung des unabhängigen Landes weiterzuführen. Eine eigene Währung sollte später folgen, allerdings wurden diese Pläne nie in die Tat umgesetzt. 

Die Rupie

Das Wort „Rupie“ kommt aus dem Altindischen und bedeutet übersetzt „Silber“. Heute ist die Rupie in acht Ländern offizielle Währung. Je nach Herkunftsland wird die Rupie in je 100 Cent (Mauritius, Seychellen, Sri Lanka), Paisa/Paise (Indien, Nepal, Pakistan) oder Laari (Malediven) unterteilt. Eine Besonderheit bildet die indonesische Rupiah. Sie ist zwar in 100 Sen unterteilt – allerdings wird diese Einheit im Alltag nicht mehr verwendet und hat lediglich eine historische Bedeutung. 

Der Peso

Der spanische Begriff „Peso“ heißt übersetzt „Gewicht“ und galt in vielen spanischen Kolonien; in acht von ihnen ist er heute noch die offizielle Währung: in Argentinien, Chile, der Dominikanischen Republik, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Uruguay sowie – als einzigem Land außerhalb von Lateinamerika – auf den Philippinen. Ein Peso ist in 100 Centavos unterteilt, nur in Uruguay heißt die Untereinheit Centésimos.  

Auf Kuba existiert neben dem Peso seit 1994 noch eine zweite offizielle Währung: der Peso convertible. Dieser ist an den US-Dollar gebunden und wird vor allem für importierte Konsumgüter, Lebensmittel und touristische Angebote wie Hotelzimmer oder Mietautos verwendet.

Der Real 

Heutzutage gibt es den Real (von „rey“ = „König“ auf Spanisch) nur noch in Brasilien. Zuvor war die Währung auch in spanischen und portugiesischen Kolonialgebieten verbreitet. Ein Real entspricht 100 Centavos. Die Ursprünge des brasilianischen Reals liegen im 17. Jahrhundert.

Im Vergleich zu Spanien und Portugal ist dies jedoch eine kurze Geschichte: Dort, „in der alten Welt“, hatte der Real schon seit dem 14. Jahrhundert für mehrere Jahrhunderte als offizielles Zahlungsmittel gegolten. In Spanien ersetzte ihn 1869 die Peseta und in Portugal 1914 der Escudo als Währung. Inzwischen gehören beide Länder zur Eurozone. 

Der Yen

Der 1871 eingeführte Yen bedeutet wörtlich „runder Gegenstand“ und ist in Japan Zahlungsmittel. Neben Dollar, Euro, Pfund Sterling und – zunehmend – dem Renminbi Yuan (siehe unten) gilt er als eine der weltweiten Leitwährungen und ist Teil der Geldreserven  vieler Länder. Ein Yen entspricht offiziell 100 Sen und ein Sen 10 Rin. Beide Einheiten sind jedoch seit den 50er-Jahren nicht mehr im Umlauf. 

Renminbi Yuan

Zahlungsmittel kennen die Chinesen schon seit mindestens 4.000 Jahren. Anfangs waren Schneckenhäuser die gängige Einheit, die heutige Währung der Volksrepublik, den Renminbi (übersetzt „Volkswährung“), gibt es erst seit Ende der 1940er-Jahre. Seitdem hat er eine kurze, aber steile Karriere gemacht: 2016 ernannte ihn der Internationale Währungsfonds IWF zur fünften globalen Leitwährung. Seine größte Besonderheit ist, dass der Währungsname Renminbi nicht – wie beim Euro oder Dollar und früher auch bei der D-Mark – der größten Einheit entspricht. Die Unterteilung ist vielmehr: 1 Yuan = 10 Jiao = 100 Fen.

Und noch eine Besonderheit, die zumindest für uns in Europa untypisch ist: Den Variantenreichtum unserer Geldscheine findet man in China nicht. Alle aktuellen Exemplare ziert das gleiche Bild: das Portrait von Máo Zédōng, dem Gründer der Volksrepublik, wie hier auf der 1-Yuan-Note.

Übrigens lässt sich der Renminbi bzw. Yuan nicht mehr nur im Land der Mitte zum Bezahlen verwenden, sondern auch in Simbabwe. Der Simbabwe-Dollar erlebte ab 2009 eine Hyperinflation und wurde als gesetzliches Zahlungsmittel 2015 ganz abgeschafft. Seither gelten mehrere ausländische Währungen – darunter der Renminbi, der US-Dollar und der südafrikanische Rand – als offizielle Zahlungsmittel.

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