Weltbank: Neues Maß für Wohlstand

Weltbank: Neues Maß für Wohlstand

Entwicklung

Der neue Humankapital-Index der Weltbank vergleicht die Entwicklungschancen von neugeborenen Kindern in unterschiedlichen Ländern miteinander und zeigt erhebliche Defizite auf.

Viele Kinder auf der Welt werden ihre vollen Möglichkeiten niemals ausschöpfen können, weil die Regierungen ihrer Heimatländer nicht genügend in Bildung und Gesundheit investieren. Das ist das Ergebnis des ersten Human Capital Index, den die Weltbank beim Jahrestreffen der Organisation und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Nusa Dua (Indonesien) vorstellte. Unter Humankapital versteht die Weltbank Wissen, Fähigkeiten und Gesundheit, die die Menschen in ihrer Lebenszeit erwerben können. Der Index bildet die erwartete „Produktivität“ eines heute geborenen Kindes ab, gemessen an seinen Möglichkeiten unter besten Umständen. Ein Wert von 1 bedeutet, dass ein Kind mit der bestdenkbaren Gesundheit und Bildung rechnen kann. Wenn also der Tschad auf dem letzten Platz liegt und nur einen Wert von 0,29 erzielt, heißt dies, dass er 71 Prozent des Potentials seiner Kinder verfallen lässt. In dieses Ergebnis fließen u.a. die Sterblichkeitsrate von Kindern und Jugendlichen ein, die Anzahl der im Durchschnitt absolvierten Schuljahre sowie Ergebnisse standardisierter Bildungstests.

Defizite in Afrika

Untersucht wurden insgesamt 158 Länder. Den Index führen Singapur, Südkorea, Japan und Hongkong an. Danach folgen die bestplatzierten europäischen Länder Irland, Finnland, Schweden und die Niederlande vor Kanada und Australien. Deutschland landete auf Platz 11. Auf den hinteren Plätzen rangieren vor allem afrikanische Länder. Der neue Humankapital-Index der Weltbank, so Weltbank-Präsident Kim, zeige Entwicklungslücken und Rückstände auf. Er solle die Länder anhalten, ihr Geld besser zu investieren. Kim: „Wenn die Politiker nicht in den Menschen investieren, wird es für sie desaströs enden.“ Der Ansatz, in Entwicklungsländern zunächst für die Infrastruktur Geld auszugeben, um dann mit besserer Finanzausstattung in Bildung zu investieren, sei falsch.

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