Karte Eurozone

Wenig Wachstum in Eurozone, noch weniger in Deutschland

Konjunktur

Die Europäische Währungsunion bleibt auf leichtem Wachstumskurs: Bereinigt von saisonalen Verzerrungen lag die Wirtschaftsleistung in den Monaten Juli, August und September 0,2 Prozent über dem Wert des Vorquartals – dies gab das europäische Statistikbüro Eurostat in seiner ersten Schnellschätzung bekannt. Damit wurde exakt der Wert aus dem zweiten Quartal 2019 erreicht: Auch zwischen April und Juni hatte das Wachstum im Euroraum 0,2 Prozent betragen. Gegenüber der Hochkonjunktur der Jahre 2016 und 2017, als die Raten bis auf 0,8 Prozent hochschnellten, ist dieser Anstieg zwar vergleichsweise mager. Das Wachstum im Euroraum insgesamt liegt aber noch deutlich über dem Wachstum in Deutschland. Dieses war im zweiten Quartal sogar um 0,1 Prozent geschrumpft. Im dritten Quartal gab es immerhin ein leichtes Wachstum von 0,1 Prozent, sodass eine technische Rezession gerade eben verhindert werden konnte.

Keine Rückkehr zu satten Wachstumsraten

Die auseinanderklaffende Entwicklung zwischen Deutschland und den anderen großen Mitgliedern der Eurozone bestätigen auch neue Zahlen der nationalen Statistikämter. So sorgte die robuste Binnenkonjunktur in Frankreich für einen soliden Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent. Die spanische Wirtschaft legte sogar um 0,4 Prozent zu. Allerdings: Eine Rückkehr zu satten Wachstumsraten schließen die meisten Fachleute auch für den übrigen Euroraum bis auf weiteres aus. Als Hauptgrund gelten die andauernde Brexit-Unsicherheit und die schwelenden Handelskonflikte. Sie belasten zwar Deutschland mit seiner exportorientierten Industrie verhältnismäßig am stärksten. Der schwache Welthandel drückt aber auch in den anderen Ländern auf das Geschäft.

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