Wer sind die Männer auf den US-Dollar-Noten – und wo bleiben die Frauen?

Wer sind die Männer auf den US-Dollar-Noten – und wo bleiben die Frauen?

Serie „Geldköpfe“

Die US-Dollar-Noten zieren traditionell wichtige Männer. Die meisten von ihnen waren Präsidenten – doch nicht alle… Lesen Sie im sechsten Teil unserer Serie „Geldköpfe“, welche Persönlichkeiten das amerikanische Geld schmücken – und wie die Chancen stehen, dass endlich auch mal wieder eine Frau auf einem Schein abgebildet wird.

In den Vereinigten Staaten sind auf den Geldscheinen traditionell die Gesichter bedeutender Präsidenten zu sehen. Auch zwei Herren, die nicht an der Spitze der USA standen, haben es auf die Banknoten geschafft. Unterrepräsentiert sind hingegen seit jeher Frauen. 2020 soll endlich wieder ein weiblicher Geldkopf auf den Scheinen prangen – Donald Trump ist allerdings nicht begeistert... Warum und wer die Männer auf den aktuellen Scheinen sind, erfahren Sie im sechsten Teil unserer Serie „Geldköpfe“.

Das Jahr 2020 bringt einen besonderen Jahrestag für die USA: 100 Jahre Frauenwahlrecht. Aus diesem Anlass soll endlich wieder eine Frau das US-amerikanische Geld zieren – die Wahl fiel auf Harriet Tubman, eine schwarze Fluchthelferin, die im 19. Jahrhundert zahlreichen Sklaven zur Freiheit verhalf. Das bisherige Konterfei von Präsident Andrew Jackson (1767–1845) soll auf die Rückseite wandern. 

US-Präsident Donald Trump schmeckt das jedoch nicht: Als die Entscheidung im April 2016 fiel, sagte Trump (damals noch Kandidat), es sei „pure politische Korrektheit“, eine Fluchthelferin einem Präsidenten vorzuziehen. Wenn schon zum ersten Mal seit mehr als 100 Jahren eine Frau einen US-Geldschein zieren solle, würde er ein Porträt seiner Tochter Ivanka vorziehen, sagte Trump gewohnt selbstbewusst, oder die Abbildung von Bürgerrechtlerin Rosa Parks. 

Ob Harriet Tubman, Ivanka Trump, Rosa Parks oder doch Andrew Jackson: Die Entscheidung wurde erst einmal vertagt. Zeit für Veränderung wäre es aber durchaus: Die heutigen Dollarscheine gehen alle zurück auf die „Series 1914“-Banknoten, die die US-Notenbank vor 104 Jahren erstmals herausgegeben hatte. Seit damals zeigen die Scheine die Gesichter ausgewählter US-Präsidenten, aber auch anderer wichtiger Persönlichkeiten. Allerdings hat sich die Anzahl der Notenwerte seitdem immer wieder verändert.

Sieben Scheine, doch nur fünf Präsidenten

Gab es im Jahr 1914 zunächst nur fünf verschiedene Banknoten im damals neuen Design (mit Werten zwischen 5 und 100 US-Dollar), kamen 1928 noch Scheine im Wert von einem und zwei Dollar dazu. Seitdem gab es zwar immer wieder neue Auflagen mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen, die abgebildeten Personen blieben jedoch stets dieselben:

  • 1 Dollar: George Washington (1. US-Präsident)
  • 2 Dollar: Thomas Jefferson (3. US-Präsident)
  • 5 Dollar: Abraham Lincoln (16. US-Präsident, er siegte im Sezessionskrieg und schaffte die Sklaverei ab)
  • 10 Dollar: Alexander Hamilton (einer der Väter der US-Verfassung, erster Finanzminister – und einer von zwei Nicht-Präsidenten auf den Scheinen)
  • 20 Dollar: Andrew Jackson (7. US-Präsident, Gründer der Demokratischen Partei) 
  • 50 Dollar: Ulysses Simpson Grant (18. US-Präsident, zuvor Oberbefehlshaber der US-Armee im Sezessionskrieg)
  • 100 Dollar: Benjamin Franklin (Erfinder, Mitunterzeichner der Unabhängigkeitserklärung und beteiligt an der Ausarbeitung der US-Verfassung – jedoch ebenfalls nie Präsident).
     

Manche Präsidenten-Note wurde wieder aus dem Verkehr gezogen

Von 1918 bis 1945 wurden zudem noch vier weitere Scheine mit deutlich höheren Werten gedruckt: Die 500-Dollar-Note zeigte William McKinley (25. US-Präsident), und auf dem 1.000-Dollar-Schein war Grover Cleveland (22. sowie 24. US-Präsident) zu sehen. Ein Bild von James Madison (4. US-Präsident und Autor großer Teile der US-Verfassung) zierte die 5.000-Dollar-Note und den „Zehntausender“ schmückte ein Porträt von Salmon P. Chase (Vorsitzender Richter am Obersten Gerichtshof, Finanzminister unter Abraham Lincoln und Gouverneur von Ohio). Schließlich gab es im Jahr 1934 mit dem 100.000-Dollar-Schein noch einen Sonderdruck, mit denen die US-Notenbank Goldvorräte aufkaufen wollte. Auf ihm ist Woodrow Wilson zu sehen, der zu Zeiten des Ersten Weltkriegs US-Präsident war. 

All die genannten Scheine mit einem Wert von mehr als 100 Dollar werden in den Vereinigten Staaten grundsätzlich weiterhin als Zahlungsmittel akzeptiert – sofern denn genügend Wechselgeld da ist.

Übrigens: Lediglich zwei Frauen haben es bislang auf die amerikanischen Scheine geschafft. Martha Washington, die Ehefrau des ersten US-Präsidenten, war Ende des 19. Jahrhunderts abgebildet. Außerdem war ein Bild der Ureinwohnerin Pocahontas in den 1860er Jahren ein paar Jahre lang auf den 20-Dollar-Noten gedruckt. 

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