Wie Sie jetzt mit dem Smartphone bezahlen können

Wie Sie jetzt mit dem Smartphone bezahlen können

Das Bezahlen mit dem Smartphone ist derzeit in aller Munde. Google Pay ist da und Apple Pay hat angekündigt, seinen Bezahldienst bald in Deutschland anzubieten. Aber auch die girocard kommt jetzt auf das Smartphone. Das kontaktlose Bezahlen an der Kasse wird so noch komfortabler. Bereits an 600.000 Terminals im Einzelhandel und an einigen Tankstellen geht das.

Anne van Dülmen

21.08.2018

von Anne van Dülmen

Bezahlen mit dem Handy – in den vergangenen Wochen hat sich in Deutschland viel getan bei diesem Thema. Die Deutschen können das Smartphone jetzt nicht nur zum Telefonieren, Einkaufen und Chatten benutzen, sondern immer mehr auch zum Bezahlen. Einfach das Gerät an das Händlerterminal halten und schon ist die Rechnung beglichen. Wie das genau funktioniert, welche Anbieter neu auf den Markt kommen und welche Angebote Banken machen – darüber gibt es hier einen aktuellen Überblick.

Das Smartphone als Geldbeutel – so geht es!

Um mit dem Smartphone bezahlen zu können, muss der Verbraucher zunächst eine Kredit- oder Debitkarte (zum Beispiel girocard) direkt in sein Smartphone packen, also bei sogenannten „Wallet“-Lösungen hinterlegen – diese funktionieren wie ein digitaler Geldbeutel. Damit das Bezahlen mit dem Smartphone dann auch klappt, müssen die hinterlegten Informationen zwischen Käufer und Händler übertragen werden. Einige Apps nutzen dazu bisher sogenannte QR-Codes oder Bar Codes, die an der Kasse eingescannt werden, um dann eine Lastschrift oder Überweisung auszulösen (z. B. Alipay oder Payback Pay). Die neuen Wallets ermöglichen es hingegen nun, die eigene Kredit- oder Debitkarte auf dem Handy oder einer Smartwatch zu hinterlegen. Einige Banken bieten bereits heute solche digitalen Geldbeutel an.

Für die Datenübertragung aus dem digitalen Geldbeutel braucht man den in vielen Smartphones schon eingebauten NFC-Chip – NFC steht für „Near Field Communication“. Wie beim kontaktlosen Bezahlen mit der Plastikkarte können durch den NFC-Chip kleinere Beträge in der Regel ohne PIN-Eingabe mobil bezahlt werden – mit dem gewohnt hohen Sicherheitsniveau. Einfach das Handy maximal vier Zentimeter entfernt an das Terminal halten, dann wird der Betrag abgebucht. Bei höheren Summen kommen für die Autorisierung durch den Kunden die PIN-Eingabe am Händlerterminal oder biometrische Verfahren wie der Fingerabdruck zum Einsatz.

Natürlich muss auch das Terminal des Händlers technisch für das kontaktlose Bezahlen mit Smartphone oder Plastikkarte ausgerüstet sein. Laut Handelsverband Deutschland verfügen darüber bereits 75 Prozent der rund 800.000 Händlerterminals.

Folgende Angebote für das mobile Bezahlen mit dem Smartphone gibt es:

Digitale girocard

Die girocard ist in Deutschland die am weitesten verbreitete Debitkarte: 94 Prozent der Bundesbürger haben eine girocard. Täglich wird damit 10 Millionen Mal bezahlt. Jetzt gibt es die beliebte Plastikkarte auch digital für Android-Smartphones bei Sparkassen und einigen Banken.

Google Pay

Seit Ende Juni 2018 bietet der Internet-Konzern Google mit Google Pay einen eigenen digitalen Geldbeutel für Android-Smartphones an. Nach dem aktuellen Stand können Kunden der Commerzbank und deren Tochter Comdirect sowie von boon. und N26 dort Karten hinterlegen. Weitere Banken werden voraussichtlich bald hinzukommen.

Apple Pay

Das US-Technologieunternehmen Apple hat im Juli 2018 angekündigt, den Bezahldienst Apple Pay bis Jahresende in Deutschland zu starten. Einige Institute – unter anderem Deutsche Bank und Hypovereinsbank - haben bereits erklärt, den Bezahldienst für ihre Kunden einzuführen. Apple wird damit dann auch IPhone- oder Apple Watch-Besitzern eine Lösung mit kontaktloser Datenübertragung per NFC-Technik anbieten. Für die Autorisierung setzt das Unternehmen auch auf Biometrie – derzeit per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Geld verschicken von Handy zu Handy: Paydirekt, Kwitt, PayPal und Cringle

Mobiles Bezahlen funktioniert nicht nur an der Kasse, sondern auch von Handy zu Handy. Wer beispielsweise die Restaurant-Rechnung mit Freunden teilen will, kann den Betrag per App mit einem Klick versenden. Anbieter wie Paydirekt (Deutsche Kreditwirtschaft), Kwitt (Sparkassen und Genossenschaftsbanken), PayPal oder Cringle (DKB) lösen dann eine Überweisung von Konto zu Konto aus. Voraussetzung dafür ist, dass der Absender sich mit Telefonnummer, IBAN und BIC registriert hat. Der Empfänger bekommt von ihm eine Mitteilung und kann sich dann ein Konto einrichten und die Zahlung erhalten.

Das beliebteste Zahlungsmittel der Bundesbürger bleibt nach allen aktuellen Umfragen – auch vom Bankenverband – das Bargeld. Dennoch greifen die Deutschen immer häufiger zur girocard, um im Supermarkt oder im Restaurant zu bezahlen. Wir vom Bankenverband gehen davon aus, dass das mobile Bezahlen per Smartphone eine Ergänzung zur klassischen Plastikkarte wird.

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