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Wirtschaftskrise auch in Südasien

Südasien

20.10.2022

Die globale Wirtschafts-, Energie- und Preiskrise macht auch vor Südasien nicht Halt und verschärft die dort ohnehin bestehenden Probleme. Die Weltbank warnt folglich vor „extrem schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen“. Für Pakistan etwa halbierte sie die Aussichten für das nächste Jahr auf nur noch 2 Prozent Wachstum. Damit bleibt das Land mit seinen 220 Millionen Menschen und einer wachsenden Bevölkerung weit hinter seinen Anforderungen zurück. Speziell die katastrophalen Überschwemmungen haben Wirtschaft und Bevölkerung heftig getroffen. Im krisengeplagten Sri Lanka schrumpft die Wirtschaft sogar: In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft um 9,2 Prozent zurückgehen, so die Prognose der Weltbank, und auch im nächsten Jahr werde sie weiter schrumpfen, um 4,2 Prozent. Die Teuerungsrate liegt aktuell bei rund 70 Prozent. 

Zu der Krisenmixtur aus Überschwemmungen, hausgemachter Wirtschaftskrise in Sri Lanka und Nachwehen der Corona-Pandemie gesellt sich nun auch der anhaltende Krieg in der Ukraine, durch den die Rohstoffpreise in die Höhe geschnellt sind und der die Weltwirtschaft empfindlich getroffen hat. Der weltweite Rückgang der Konjunktur lastet auf Südasiens Warenausfuhr und dem Tourismus, zwei Schlüsselsektoren für das Wirtschaftswachstum der Region. Angesicht der krisenhaften Lage haben Pakistan, Sri Lanka und Bangladesch den Internationalen Währungsfonds (IWF) inzwischen um Unterstützung gebeten.

Indien: Zu niedriges Wachstum

Auch Indien, das Sri Lanka mit 4 Milliarden Dollar gestützt hat, leidet unter ökonomischen Schwierigkeiten: Die Weltbank hat die Wachstumserwartungen für die drittgrößte Volkswirtschaft Asiens und fünftgrößte der Welt deutlich zusammengestrichen. Nach den Schreckensjahren der Pandemie wollte Indien eigentlich wieder auf einen Pfad in Richtung der einst von Ministerpräsident Narendra Modi angekündigten zweistelligen Wachstumsraten zurückkehren. Nun aber rechnen die Ökonomen gerade noch mit 6,5 Prozent Wachstum in diesem Fiskaljahr (31. März). Im nächsten Haushaltsjahr könnten es 7 Prozent werden, danach nur noch 6,1 Prozent. Die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) geht für dieses Kalenderjahr sogar nur noch von 5,7 Prozent Wachstum aus. Solche Werte, zumal sie auf vergleichsweise schwachen Vorjahren basieren, sind zu wenig, um Indien aus der Misere der Arbeitslosigkeit und informellen Arbeit zu befreien.

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