WM 2018: Sechs Wirtschaftsfakten zum Turnier in Russland

Wirtschaftlich betrachtet

In wenigen Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. 32 Nationen kämpfen darum, am 15. Juli im Moskauer Olympiastadion den goldenen Pokal zu gewinnen. Als amtierender Weltmeister wird das deutsche Team von allen gejagt, hat aber auch die historische Chance, den WM-Titel zu verteidigen. Aber neben viel Ehre geht es bei dem Turnier auch um sehr viel Geld. Wir zeigen Ihnen mit sechs Beispielen, welche wirtschaftlichen Faktoren bei dem Turnier eine Rolle spielen.

1. Marktwert: Weltmeister Deutschland nur auf dem vierten Platz

Bei Weltmeisterschaften treffen die Besten der Besten aufeinander und dadurch auch die wertvollsten Spieler. Doch was sind die Mannschaften eigentlich wert? Der Titelverteidiger Deutschland hat transfermarkt.de zufolge nicht den höchsten Marktwert – den hat der ebenfalls favorisierte Nachbar Frankreich. Die Équipe Tricolore ist stolze 1,08 Milliarden Euro wert, nur knapp dahinter rangiert Spanien mit 1,04 Milliarden Euro. Mit etwas Abstand folgt die Seleção aus Brasilien; der Wert ihres 23-Mann-Kaders wird auf 950 Millionen Euro beziffert. Dann erst kommt das DFB-Team mit einem Wert von 885 Millionen Euro. Die Mannschaft von Europameister Portugal ist gerade mal 468 Millionen Euro wert. Und das Team mit dem niedrigsten Marktwert kommt mit etwa 9 Millionen Euro aus Panama. Alle Werte sind Stand 7. Juni, also eine Woche vor WM-Beginn.

2. Der wertvollste deutsche Spieler bleibt daheim 

Den wertvollsten Spieler des DFB-Teams strich Bundestrainer Joachim Löw Anfang Juni noch aus dem Kader: Leroy Sané wurde in seiner zweiten Saison in der englischen Premier League zum besten Nachwuchsspieler gekürt und ist nun 90 Millionen Euro wert, wie transfermarkt.de errechnet hat. Dahinter folgt ein „Königlicher“: Toni Kroos gewann gerade mit Real Madrid zum dritten Mal in Serie die Champions League und besitzt auch dadurch einen Marktwert von rund 80 Millionen Euro. Dahinter folgen Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Timo Werner (RB Leipzig) und Mats Hummels (FC Bayern München) mit jeweils 60 Millionen Euro Marktwert. Und sie alle sind auch, anders als Sané, in Russland dabei.

3. Zehn Milliarden Euro kostet die WM – oder doch viel mehr?

Für die WM wurden neun der zwölf Spielstätten neu gebaut. Die restlichen drei, darunter der Endspielort in Moskau, hat man modernisiert oder renoviert. Dabei variieren die Kapazitäten der Stadien erheblich. Die kleinste Arena ist das Stadion in Kaliningrad mit Platz für 35.000 Zuschauer. In sieben weiteren Stadien können jeweils etwa 45.000 Zuschauer die Spiele verfolgen. Die meisten Fans haben im Olympiastadion Luschniki in der russischen Hauptstadt Platz (80.000), während die zweitgrößte Arena in Sankt Petersburg steht und 67.000 Plätze hat. Letztere ist auch die teuerste. Mehreren Quellen zufolge sollen sich die Kosten für das ambitionierte Projekt auf über eine Milliarde Euro belaufen. Nach offiziellen Angaben soll Russland die Weltmeisterschaft etwa 10,2 Milliarden Euro kosten – damit ist sie die teuerste WM aller Zeiten. Experten gehen sogar von der dreifachen Summe aus. 

4. Vier von zehn Deutschen schauen zu 

Ein Blick zurück noch auf die vergangene WM in Brasilien: Dass sich die deutschen Fernsehzuschauer am liebsten die Spiele der deutschen Mannschaft ansahen, ist wenig überraschend. Natürlich lockte das Finale mit 34,65 Millionen Zuschauern die meisten Menschen vor die Bildschirme und zum Public Viewing. Und auch der zweite Platz in dieser Rangliste liegt nahe – der legendäre 7:1-Halbfinalsieg gegen Brasilien (32,57 Millionen Zuschauer). Danach folgen allerdings die Partien gegen Algerien (28,21 Millionen Zuschauer) und die USA (27,75 Millionen Zuschauer) – zwei eher unattraktive Gegner. Und das überrascht dann doch.

5. Jogis Jahresgehalt: 3,85 Millionen Euro

Ähnlich wie im Vereinsfußball stehen auch bei den Nationalmannschaften eher die Spieler im Mittelpunkt als die Trainer. Diese verdienen auch deutlich weniger. Am meisten bekommt Weltmeister Joachim Löw. Sein Gehalt ist mit 3,85 Millionen Euro im Jahr das höchste aller Nationaltrainer bei der WM. Auch Tite (Brasilien) und Didier Deschamps (Frankreich) können sich bei über 3,5 Millionen Euro Verdienst nicht beschweren. Interessant: Auf dem vorletzten Platz der Gehaltsrangliste steht mit Adam Nawalka (Polen) der Trainer eines Landes, dessen Team große Ambitionen hat, die Vorrunde zu überstehen. Er verdient lediglich 270.000 Euro im Jahr. Hinter ihm steht nur noch der Coach des Senegal, Aliou Cissé, der 200.000 Euro jährlich bekommt.

6. Satte Prämien für die Besten

Recht drastisch haben sich die Preisgelder in den vergangenen Jahren entwickelt. Während beim Turnier 2002 in Japan und Südkorea noch insgesamt knapp 115 Millionen Euro an Prämien ausgezahlt wurden, sind es 16 Jahre und vier Weltmeisterschaften später 344,5 Millionen. Davon gehen 32,7 Millionen an den Weltmeister, für den Zweiten gibt es 24,1 Millionen. Sogar wer in der Vorrunde rausfliegt, bekommt noch 6,9 Millionen Euro.

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