Wo es in Europa besonders teuer ist

Wo es in Europa besonders teuer ist

Lebenshaltungskosten und Preise

In Deutschland liegen die Lebenshaltungskosten nur knapp über dem EU-Schnitt. Deutlich teurer ist es vor allem in den nordischen Ländern.

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland, zu denen unter anderem die Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen und Energie zählen, lagen im vergangenen Jahr 2019 um 6,8 Prozent über dem Mittel der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) – Großbritannien wurde wegen des Brexit nicht mehr mit einbezogen.

Mit Abstand teuerstes Land für Verbraucher innerhalb der EU war – laut Statistischem Bundesamt – Dänemark: Dort lag das Preisniveau 41,3 Prozent über dem Durchschnitt. Mit einigem Abstand folgen Irland, Luxemburg, Finnland und Schweden. Am günstigsten innerhalb der EU war es erneut in Bulgarien: Im zugleich ärmsten Land der EU mussten Verbraucher für die Lebenshaltungskosten nur rund halb so viel zahlen wie im Schnitt aller Mitgliedstaaten – allerdings eben auch vor dem Hintergrund eines deutlich geringeren Durchschnitteinkommens. Auch in Polen und Tschechien waren die Lebenshaltungskosten 2019 deutlich niedriger als im Schnitt der EU: Hier lagen sie um 40 (Polen) bzw. 25,4 Prozent (Tschechien) unter dem EU-Durchschnitt.

Große Preisspannen bei Alkoholika

Deutliche Unterschiede gibt es aus Sicht der Verbraucher unter anderem bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken. In Deutschland entsprachen die Preise Eurostat zufolge im vergangenen Jahr etwa dem EU-Schnitt. Tiefer in die Tasche greifen mussten die französischen Nachbarn (115 Prozent des EU-Schnitts). Am teuersten waren Nahrungsmittel und Säfte, Limonaden und andere alkoholfreie Getränke in Dänemark (129 Prozent), gefolgt von Luxemburg und Österreich. Etwa ein Drittel weniger als im EU-Schnitt kosteten sie in Rumänien. Besonders groß ist die Preisspanne in der Union bei Alkohol und Tabak – vor allem wegen der unterschiedlichen Besteuerung. Bei alkoholischen Getränken gab es Unterschiede um mehr als das Zweieinhalbfache. Am günstigsten waren Wein, Bier und andere Alkoholika in Bulgarien (62 Prozent des EU-Schnitts) und Polen (74 Prozent). Am teuersten war der Alkoholkonsum in Irland (188 Prozent) und Finnland (157 Prozent). Noch deutlicher sind die Unterschiede bei Tabakwaren.

Das teuerste Land in Europa aus Verbrauchersicht ist die Schweiz, die jedoch nicht Mitglied der EU ist. Dort lag das Preisniveau nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um 62,0 Prozent über dem Schnitt der Staatenunion. Auch in den Nicht-EU-Staaten Island (plus 54,3 Prozent) und Norwegen (plus 49,5 Prozent) waren die Lebenshaltungskosten deutlich höher als in der Gemeinschaft.

Die Angaben basieren auf vorläufigen Ergebnissen zu Kaufkraftparitäten und vergleichenden Preisniveaus, die das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) am 19. Juni 2020 veröffentlicht hat.

Drucken/PDF

Ansprechpartner

SCHULBANK Wirtschaft für den Unterricht

Bundesverband deutscher Banken e.V.

schulbank@bdb.de

Cookie Einstellungen