Woraus besteht eigentlich ein Geldschein?

Heiße und kalte Temperaturen, Zerreißproben und Mal-Experimente der Kinder –  ein Euro-Schein muss viel über sich ergehen lassen. Wir ergründen, welches Material dafür geeignet ist und welche Alternativen es in anderen Ländern gibt.

Moderne Euro-Scheine bestehen aus reinem Baumwollpapier. Eingearbeitet sind ein Silberband und spezielle Fasern, die unter UV- und Infrarotlicht leuchten. Bei der Produktion wird zudem durch Variieren der Papierdicke ein Wasserzeichen integriert.

Bei der Herstellung kommen verschiedene Druckplatten und mehrere Verfahren zum Einsatz; beispielsweise der Offset- und Stichtiefdruck, das Heißprägeverfahren für das Hologramm sowie der Siebdruck mit einer speziellen Farbmischung für Zahlen mit Farbwechsel. Die überaus bunten Farben sind mit Absicht so gewählt, damit die Scheine auch für sehbehinderte Bürger gut unterscheidbar sind. Der Aufdruck der Scheine ist fühlbar, und in die Ecken der Scheine sind Tastzeichen für Blinde eingearbeitet.

Kunststoff hat Vor- und Nachteile

Doch nicht überall wird ausschließlich auf das Naturmaterial Baumwolle gesetzt: Länder wie Jamaika oder Bhutan setzen auf „Hybrid-Banknoten“. Die Scheine bestehen weiterhin aus Baumwollfasern, werden allerdings mit Folien überzogen.

Alternativ dazu gibt es die reine Kunststoff-Version; vollständig darauf umgestellt haben etwa Australien, Rumänien oder Kanada. In Großbritannien gibt es bereits einen 5-Pfund-Schein aus sogenanntem Polymer. Jetzt im September folgt die neue 10-Pfund-Note, die übrigens erstmals mit Blindenschrift ausgestattet ist. Grund für die Materialänderung ist, dass es widerstandsfähiger sein soll und die Scheine länger leben.

Starke Hitze bekommt den Scheinen nicht gut

Was die Hersteller allerdings offenbar unzureichend bedacht haben: Starke Hitze bekommt ihnen nicht gut. Die Süddeutsche Zeitung berichtete etwa, dass in Kanada ein junger Mann einige neue 100-Dollar-Scheine in einer Metalldose nahe der Heizung aufbewahrte. Als seine Mutter das Geld später bei der Bank einzahlen wollte, entdeckte sie in dem Behälter bloß noch verschrumpelte, nutzlose Scheine. Immerhin ersetzte sie die Bank vollständig.


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