Stellungnahme DK zum Konsultationspapier des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht "Revised Basel III leverage ratio framework and disclosure requirements"

20. September 2013

Grundsätzlich stehen wir der Leverage Ratio wegen ihrer eingeschränkten Aussagekraft über die Verschuldung und Stabilität von Kreditinstituten ablehnend gegenüber. Insoweit scheint uns auch eine weitere Spezifizierung der Regelungen zur Ermittlung der Leverage Ratio wenig geeignet, um die Aussagekraft zu erhöhen. Dennoch seien im Folgenden zunächst allgemeine Anmerkungen gegeben, bevor in Teil II auf einzelne Textpassagen des zur Konsultation gestellten Rahmenwerks eingegangen wird.

Der vorliegende Vorschlag zur überarbeiteten Definition der Leverage-Ratio führt vor allem zu einer sehr deutlichen Erhöhung der Exposure-Messgröße (Nenner der Leverage-Ratio) und führt damit unter sonst gleichen Bedingungen zu einem erheblichen Kapitalbedarf im internationalen Finanzsystem ohne jede Berücksichtigung des ökonomischen Risikos der durchgeführten On- und Off-balance-sheet-Geschäfte. Der vom Baseler Ausschuss gewählte Ansatz einer risikounabhängigen Kapitalberechnung ist nach unserer Einschätzung zudem sehr problematisch.

Durch die Anwendung eines für alle Risikoklassen einheitlichen Prozentsatzes in Höhe von drei Prozent kommt es zu einer Einschränkung des dem Basel-II-Rahmenwerks inhärenten Anreizsystems, niedrige Risiken mit niedrigen Kapitalanforderungen zu belegen, hohe Risiken hingegen hohen Kapitalanforderung gegen-überzustellen. Zudem wird das Prinzip ausgehöhlt, dass ein Institut, das die Messung von Risiken verfeinert, grundsätzlich von einer Eigenkapitalentlastung profitieren kann. Folge einer solchen Ausgestaltung der Leverage Ratio wäre, dass bspw. für vergleichsweise risikoarme aber volumenintensive Geschäftsmodelle mit geringeren Margen die Leverage Ratio die eigentlich bindende Kapitalanforderung bestimmt und nicht der auf Risikogewichten beruhende Ansatz. Dies führt zu Fehlanreizen, in dem entsprechend risikoarmes aber volumenintensiveres Geschäft zurückgefahren und risikoreicheres aber auf geringere Volumina ausgerichtetes Geschäft ausgebaut wird. Durch die für alle Geschäfte geltenden gleichen Kapitalanforderungen, käme es zu deutlichen Profitabilitätseinbußen in eher margenschwachen Geschäftszweigen, da die erhöhten Kosten nur sehr eingeschränkt weitergegeben werden könnten. […]

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